Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Was hätte man davon, wenn man klein täte; es hülfe doch niemand aus der Not, und der Mensch ist so glücklich, wenn er bedauern kann.
* Jenny Marx
27.10.2010

Studie zu Frauen mit türkischem oder osteuropäischem Migrationshintergrund

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) stellen Studie zu Frauen mit türkischem und osteuropäischem Migrationshintergrund vor.

Den Zusammenhang von Familienplanung und Migration zu untersuchen sowie den Informations- und Beratungsbedarf von Migrantinnen zu Themen wie Familienplanung und Verhütung festzustellen – waren die Ziele der Studie.

Hier die wichtigsten Ergebnisse der Studie:

  • 18 Prozent der weiblichen Bevölkerung in Deutschland haben einen Migrationshintergrund. Zwei Fünftel dieser Frauen sind zwischen 20 und
    44 Jahre alt. Familienplanung und Familienbildung spielen für sie eine wichtige Rolle. Lediglich sechs Prozent der türkischen und acht Prozent der osteuropäischen Befragten über 34 Jahre sind kinderlos, bei den westdeutschen Frauen sind es 17 Prozent.
  • Türkische Zuwanderinnen kommen häufig ohne Ausbildungsabschluss und mit geringen Deutschkenntnissen nach Deutschland. Demgegenüber verfügen die Osteuropäerinnen von Anfang an über eine höhere Schul- und Berufsausbildung.
  • Als Verhütungsmittel wird in allen drei Herkunftsgruppen am häufigsten die Pille genommen.
  • Schwangerschaftsabbrüche kommen in beiden Migrationsgruppen häufiger vor als bei deutschen Frauen. Bezogen auf jeweils 100 Frauen haben durchschnittlich 27 türkische, 48 osteuropäische und neun deutsche Frauen einen Schwangerschaftsabbruch vorgenommen. Unabhängig vom Herkunftsland brechen mehr Frauen mit niedriger Schulbildung eine Schwangerschaft ab als Frauen mit höheren Bildungsqualifikationen.
  • Der Informations- und Beratungsbedarf ist hoch. Die Hälfte der türkischen Frauen wendet sich bei Fragen zur Familienplanung, zur Verhütung, zu sexuell übertragbaren Krankheiten oder Aids an die Ärzteschaft, vor allem an Gynäkologinnen und Gynäkologen. Dabei ist es ihnen wichtig, dass sie sich in ihrer Muttersprache informieren können. Osteuropäerinnen informieren sich ähnlich wie deutsche Frauen am liebsten über das Internet oder Informationsmaterialien.
    Generell gilt: mit zunehmender Bildung steigt der Stellenwert des Internets.

Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten der BZgA

zur Zusammenfassung der Ergebnisse

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