
Am 19. März 1911 gingen mehr als eine Million Frauen weltweit auf die Straße. Ihre zentrale politische Forderung war das freie, geheime und gleiche Wahlrecht für Frauen. Clara Zetkin schrieb nach diesem ersten internationalen Frauentag: „Das war die wuchtigste Demonstration für die Gleichberechtigung der Frau, die die Welt bis jetzt gesehen hat.“ In den folgenden Jahren schlossen sich immer mehr Frauen in immer mehr Ländern diesen Demonstrationen an. Sieben Jahre später, nach Ende des Ersten Weltkrieges, erhielten die Frauen in Deutschland das Wahlrecht. 1977 wurde der 8. März von der Vollversammlung der UN offiziell zum „Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frauen und den Weltfrieden“ benannt.
Seit dem ersten internationalen Frauentag vor einhundert Jahren haben die Frauen weltweit und auch in Deutschland Vieles erkämpft: Frauenwahlrecht, Gleichstellungsartikel im Grundgesetz, Liberalisierung des Abtreibungsrechts, Gleichstellung als Staatsziel in der Landesverfassung u.v.m.
Aber die Lebenswelt von Frauen sieht noch immer anders aus. Noch immer geht es um die Verwirklichung der Chancengleichheit, um gleichberechtigte Teilhabe von Frauen im Erwerbsleben und an politischen Entscheidungsprozessen sowie gesellschaftlichen Ressourcen. In Deutschland verdienen Frauen bis zu 23 Prozent weniger als Männer. Viele von ihnen bemühen sich täglich um eine Balance zwischen Familie und Beruf. Und vielen Frauen wird ein beruflicher Aufstieg verwehrt.
In Sachsen-Anhalt wurden in den vergangenen fünf Jahre keine frauenpolitischen Fortschritte erzielt. Seit Jahren versäumt es die Landesregierung die Stelle der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten entsprechend zu besetzen. Ein jahrelang geplantes Konzept zur Entwicklung eines geschlechtergerechten Sachsen-Anhalts liegt nicht vor. Der siebente Bericht zur Umsetzung des Frauenfördergesetzes zeigt, dass Frauen in der öffentlichen Verwaltung in Leitungspositionen faktisch nicht vorhanden sind (Abteilungsleitung: 6 Frauen 53 Männer; Referatsleitung: 74 Frauen, 224 Männer). Und die Wahlprogramme 2011: Sie geben diesbezüglich keine Lösungsvorschläge vor. So dient öffentliche Verwaltung nicht als Beispiel für die Wirtschaft die Frauenquote einzuführen. Gut ausgebildete und motivierte Frauen haben in Sachsen-Anhalt leider weiterhin weniger Chancen als Männer.
Daher fordert der Landesfrauenrat Sachsen-Anhalt e.V. anlässlich 100 Jahre Internationaler Frauentag gemeinsam mit den anderen Landesfrauenräten:
Von der neuen Regierungskonstellation in Sachsen-Anhalt nach der Landtagswahl erwartet der Landesfrauenrat Sachsen-Anhalt e.V. hinzu:
Die Frauen in diesem Land fordert der Landesfrauenrat Sachsen-Anhalt e.V. auf am 20.03.2011 zur Wahl zugehen und ihre Interessen entsprechend zu vertreten. Frauenpolitische Entscheidungsunterstützung erhalten Sie auf der Internetseite des Verbandes (www.landesfrauenrat-sachsen-anhalt.de).
Kontakt:
Landesfrauenrat Sachsen-Anhalt e.V.
Große Diesdorfer Straße 12
39108 Magdeburg
Tel.: 0391-7317337
E-Mail: geschaeftsstelle@landesfrauenrat.de
Ansprechpartnerin: Manuela Knabe-Ostheeren