
Laut einer Pressemitteilung des Deutschen Instituts für Wirtschaft (DIW) vom 15. Juli 2010
stagniert der Frauenanteil unter den Führungskräften in der deutschen Privatwirtschaft. Hinzu kommt, dass Frauen auch als Führungskräfte weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. „Dies ist nicht nur ungerecht, sondern auch schlecht für die Wirtschaft", sagte dazu DIW-Präsident Klaus Zimmermann. „Denn jede Frau, die beruflich nicht in die Position kommt, für die sie qualifiziert ist, kostet uns Wachstum." In Zeiten des demografischen Wandels und des daraus entstehenden Fachkräftebedarfes gelten gutausgebildete Frauen in der Wissenschaft, Politik als auch in der Wirtschaft mehr und mehr als "stille Reserve" auf dem Arbeitsmarkt, deren Wissen häufig verschenkt wird.
Immer mehr Stimmen, auch in Sachsen-Anhalt, fordern eine Frauenquote in Führungspositionen der Wirtschaft. So äußerte sich Justizministerin Angela Kolb im Juni 2010 positiv über die Einführung einer Frauenquote in Unternehmen. „Eine Frauenquote nützt den Unternehmen. Sie spiegelt nicht nur den realen Bevölkerungsanteil wieder, sondern führt auch zu mehr sozialer Kompetenz in den Führungsetagen der Unternehmen" so Kolb. Die Bundesregierung setzt hingegen immer noch auf eine freiwillige Lösung. Frauenministerin Schröder möchte lediglich eine gesetzliche Berichtspflicht für Unternehmen einführen.
Der Landesfrauenrat Sachsen-Anhalt e.V. fordert seit Jahren verbindliche Zielgrößen zur Erhöhung des Frauenanteils in den Führungsebenen von Wirtschaft, Politik und Wissenschaft. Wir halten es für illusorisch, ausschließlich auf den guten Willen zu setzen, um damit einen Mentalitätswechsel zu erzeugen. Mit der bisherigen Praxis zur Integration der Frauen in Führungsetagen werden wir nie eine paritätische Besetzung erreichen. Eine verbindliche Einführung der Frauenquote ist mehr als überfällig. Allerdings ist die Einführung einer Frauenquote nur ein kleiner Schritt auf dem Weg zur Gleichstellung von Mann und Frau. Wir dürfen den Unterschied in der Entlohnung, den es zu beseitigen gilt, nicht vernachlässigen. Wir müssen uns intensiv mit zukünftigen Formen der Aufteilung der Familienarbeit befassen, denn aktuelle Studien zeigen, dass die Frauen als Familienernährerinnen auch weiterhin den Großteil dieser Leistungen erbringen.
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