Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Haben und nicht geben ist in manchen Fällen schlimmer als stehlen.
* Marie von Ebner-Eschenbach
18.04.2013

PM: In der EU sind Frauen in der Forschung immer noch unterrepräsentiert

Laut einer Pressemitteilung der Europäischen Kommission wächst der Anteil der Forscherinnen in Europa, aber Frauen sind in wissenschaftlichen Disziplinen und Laufbahnen nach wie vor unterrepräsentiert. Dies ist die Aussage der neuesten Ausgabe des Berichts “She Figures”, den die Europäische Kommission heute veröffentlicht hat. Nur 33 % der europäischen Forscher, 20 % der ordentlichen Professoren und 15,5 % der Leiter von Einrichtungen im Hochschulsektor sind Frauen.

Die Karrierechancen von Frauen in der Forschung und Wissenschaft sind immer noch geringer als die ihrer männlichen Kollegen. Laut einer aktuell vorgestellten Studie der EU-Kommission “She Figures” hat der Frauenanteil im Wissenschaftsbereich zwar zugelegt, doch sind weibliche Wissenschaftler in Führungspositionen – zum Beispiel Universitätsprofessuren – insgesamt unterrepräsentiert. So kommt in der EU in den wissenschaftlichen und administrativen Leitungsgremien im Durchschnitt auf jeweils zwei Männer nur eine einzige Frau. In Deutschland lag der Anteil an Forscherinnen 2009 mit 25 Prozent unter dem EU-Durchschnitt von 33 Prozent.

ME1ire Geoghegan-Quinn, EU-Kommissarin für Forschung, Innovation und Wissenschaft sagte dazu: “Trotz einiger in den letzten Jahren erzielter Fortschritte sind Frauen in der Forschung weiterhin eine Minderheit, und eine “gläserne Decke” trennt vor allem Frauen von Spitzenpositionen. Dies ist eine gravierende Ungerechtigkeit und eine skandalöse Verschwendung von Talenten. In ihren Forschungsprogrammen bemüht sich die Kommission, die Gleichstellung von Frauen und Männern zu fördern, und sie arbeitet darauf hin, eine tief verwurzelte institutionelle Kultur zu verändern.”
“She Figures 2012” ist die vierte Veröffentlichung einer Reihe von Indikatoren, die für das Verständnis der Lage der Frauen in Wissenschaft und Forschung entscheidend sind. Im Laufe der Zeit hat sich die Liste der Indikatoren zu einer Beschreibung der Beteiligung von Frauen auf allen Ebenen und in allen wissenschaftlichen Disziplinen weiterentwickelt, die von der Hochschulausbildung bis zum Arbeitsmarkt, einschließlich der Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben, nicht nur in den 27 EU-Ländern, sondern auch in Kroatien, der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien, Island, Israel, Norwegen, der Schweiz und der Türkei reicht.

“She Figures” wird von der Europäischen Kommission (Generaldirektion Forschung und Innovation und Eurostat) in Zusammenarbeit mit den Statistikkorrespondenten der Helsinki-Gruppe “Frauen in der Wissenschaft” erstellt.

zur Pressemitteilung der EU

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