Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Für Frauen ist der vorgeblich sichere Hort der Familie ein sehr gefährlicher Platz: das Ausmaß an tätlicher Gewalt im privaten Zusammenleben ist ein unvorstellbar großes.
* Johanna Dohnal
14.06.2011

Ablehnungspraxis führt zu weiterem Rückgang der Mutter-Kind-Kuren

Die Zahl der abgelehnten Kuhr-Anträge von Müttern stieg erneut um 3% und liegt mit 34 % bei der Ablehnungsquote von 2006, dem Jahr vor der gesetzlichen Verankerung der Mütter- und Mutter-Kind-Kurmaßnahmen als Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenkassen. Müttergenesungswerk verurteilt die Praxis der Krankenkassen.

“Kranke Mütter brauchen die Unterstützung dringender als je zuvor”, betonte Bettina Wulff, Schirmherrin des Müttergenesungswerkes. “Zu den körperlichen Erkrankungen kommen viele psychosoziale Belastungsfaktoren, die Mütter krank machen. Hierzu zählen ständiger Zeitdruck, berufliche Belastung, mangelnde Unterstützung und fehlende Anerkennung.”

“Das Verhalten der Krankenkassen den Müttern gegenüber, deren Kuranträge abgelehnt werden, ist missachtend und teilweise gesetzeswidrig”, kritisierte Anne Schilling, Geschäftsführerin des Müttergenesungswerkes. “Der politische Wille hinter der Pflichtleistungsregelung war, den Frauen den Zugang zu diesen spezifischen Gesundheitsleistungen zu erleichtern. Davon kann keine Rede sein. Das ist nicht länger hinnehmbar.”

In jüngsten Medienberichten wird Bezug genommen auf einen Bundesrechnungshofbericht zum Verhalten der Krankenkassen in Bezug auf Mütter- und Mutter-Kind-Kuren, der von “Willkür und Beliebigkeit” spricht. Anne Schilling: “Das Müttergenesungswerk kritisiert seit Jahren die Ablehnungspraxis der Krankenkassen. Wenn der Bericht dies bestätigt, dann ist politische Kontrolle umso dringlicher.”

Eine Ablehnung ist nicht nur für jede einzelne Mutter eine vergebene Chance, immer leiden auch Kinder und ganze Familien. Die sinkende Zahl der Kurteilnehmerinnen gefährdet inzwischen die Struktur des Versorgungssystems selbst. Allein in den vom MGW anerkannten Mütter- und Mutter-Kind-Kliniken sank die Belegung um 10% im Vergleich zu 2009.

Weitere Informationen zu Mütter- und Mutter-Kind-Kurmaßnahmen

Pressemitteilung des Deutschen Frauenrats

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