Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft.
* Marie von Ebner-Eschenbach
22.11.2016

Aktionen zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Kindern am 25.11.2016 in Magdeburg

Schläge vom Ehemann, Grabscher in der U-Bahn, sexuelle Übergriffe durch den Vater – geschlechtsspezifische Gewalt gehört auch in Deutschland zur Lebensrealität vieler Frauen. Genauer: häusliche Gewalt ist die häufigste Ursache von Verletzungen bei Frauen und übertrifft damit sogar Verkehrsunfälle und Krebs. In Europa hat jede dritte Frau bereits körperliche oder sexualisierte Gewalt erlebt. Besonders gefährdet sind Frauen mit Beeinträchtigungen oder in unsicheren Lebenssituationen. Für jede von Ihnen muss es eine sichere Zuflucht geben – unabhängig von ihrem Einkommen, ihrem Aufenthaltsstatus, ihren Beeinträchtigungen oder ihren Sprachkenntnissen.
Trotz dieser schwerwiegenden Zustände für gewaltbetroffene Frauen, erreicht von den 16 Bundesländern keines die vom Europarat empfohlene Quote von einem Frauenhausplatz pro 7500 Einwohner. In Deutschland gibt es knapp 400 Frauenhäuser und Zufluchtswohnungen für von Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder, doch eine pauschale Finanzierung gibt es bisher nicht. In Baden-Württemberg beispielsweise müssen Frauen ihre Unterkunft in Frauenhäusern selber bezahlen. Dadurch müssen jährlich tausende Frauen, die einen Platz suchen, aber ohne finanzielle Mittel oder geregelten Aufenthaltsstatus sind, abgewiesen werden. Viele der Häuser sind zudem nicht barrierefrei, es fehlt an genügend spezialisiertem Personal oder schlicht und einfach an der Kostenübernahme. Weil diese Situation nicht mit einem freien, selbstbestimmten und gleichberechtigten Leben vereinbar ist, fordern wir: Tür auf! Für alle Frauen, die in Deutschland von Gewalt betroffen sind. Der Bund, die Länder, Städte und Kommunen müssen kostenlose Schutzräume und angemessene Unterstützung zur Verfügung stellen. Diese müssen:
• bundesweit, flächendeckend und ausreichend sein.
• pauschal und angemessen finanziert werden.
• für Frauen mit erhöhtem Bedarf barrierefrei und ausreichend personell und materiell ausgestattet sein.
• spezialisiert im Umgang mit verschiedenen Gewaltformen sein (z.B. für Betroffene von Zwangsheirat, weiblicher Genitalverstümmelung, Menschenhandel).

Aktionen zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Kindern am 25.11.2016 in Magdeburg

  • 11.50 Uhr, Alter Markt, gemeinsame Fahnenhissung “frei leben“ mit dem Magdeburger Netzwerk vor dem Alten Rathaus
  • 12.00 Uhr, Breiter Weg, öffentliche Aktion auf dem Breiten Weg (Karstadt- Haupteingang) zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Kindern
  • 13.00 Uhr, Domplatz, Gedenkstunde, Eröffnung der Veranstaltung mit der Präsidentin des Landtages Frau Gabriele Brakebusch und Eva von Angern, Landesfrauenrat Sachsen-Anhalt, Vortrag „Besserer Schutz von Frauen vor Stalking“ mit Frau Uta Wilkmann, Abteilungsleiterin Ministerium und Gleichstellung, Aktuelles aus Sicht der Interventionsstellen, Lissy Herrmann, Interventionsstelle Magdeburg
  • 13.40 Uhr, Domplatz, Hissung der Fahne „frei leben“ vor dem Justiz- und Gleichstellungsministerium Sachsen-Anhalt mit Ministerin Keding

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