Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Die Frau gehört nicht mehr ins Haus, sie gehört in dieses Haus: den Reichstag.
* Minna Cauer
27.07.2017

Hohes Armutsrisiko im Alter für alleinstehende Frauen

Der Wandel der Arbeitswelt – von unbefristeten Jobs und langjähriger Arbeitsplatzbindung zu Minijobs, Niedriglohn und Phasen von befristeter Arbeit und Erwerbslosigkeit – wirkt sich zunehmend auf Armut im Alter aus. Dies ist eine Kernfeststellung der aktuellen “Untersuchung zur Altersarmut”, die die Wirtschaftsforschungsinstitute DIW Berlin und ZEW im Auftrag der Bertelsmann Stiftung Ende Juni vorgelegt haben. “Bis 2036 wird das Risiko für Altersarmut weiter steigen. Am stärksten betroffen sind alleinstehende Frauen, Menschen ohne Berufsausbildung und Langzeitarbeitslose” wird dort festgestellt.
Und: “Fast jede dritte alleinstehende Neurentnerin könnte zukünftig auf Grundsicherung angewiesen sein. Für sie steigt die Grundsicherungsquote zwischen 2015 und 2036 von 16 auf fast 28 Prozent. Damit ist das Risiko zur Altersarmut bei alleinstehenden Frauen rund viermal so hoch wie im Durchschnitt (7%).” – Nach Ansicht der Bertelsmann Stiftung ergeben sich aus den Untersuchungen folgende Konsequenzen:

  • Die aktuelle Rentenreformdebatte gehen an der Wirklichkeit vorbei und lösen kaum die grundlegenden Ursachen der Altersarmut.
  • Eine Stabilisierung des derzeitigen Rentenniveaus hilft Risikogruppen nicht weiter, die schon während ihrer Berufsjahre nur schlecht von ihrem Lohn leben können.
  • Künftige Rentenreformen müssen stärker die vom Armutsrisiko besonders betroffenen Gruppen und die sich verändernden Erwerbsbiografien in Betracht ziehen.
  • Die nachhaltige Vermittlung der Risikogruppen (alleinstehende Frauen, Menschen ohne Berufsausbildung, Langzeitarbeitslose) in Arbeit muss erhöht werden.
  • Brüche im Erwerbsverlauf sollen durch Arbeitsmarktpolitik besser pro-aktiv abgesichert werden.
  • Das Alterssicherungssystem muss umgebaut werden, dass es besser von Nullzinsphasen, unsteten Erwerbsbiografien und niedrigen Einkommen schützt.

Download der Studie hier.

nach oben