Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Glaube nicht, es muss so sein, weil es nie anders war. Unmöglichkeiten sind Ausflüchte für sterile Gehirne. Schaffe Möglichkeiten!
* Hedwig Dohm
01.09.2014

Antikriegs-Aufruf: Zeichen setzen: Friedenspolitik statt Militäreinsätze

Mit der “Aktion Friedensband” ruft das Forum Ziviler Friedensdienst am 6. September 2014 zum Protest gegen die Militarisierung der Außenpolitik auf. Dabei will eine Menschenkette von der Siegessäule bis zum KanzlerInnenamt die Stärkung der zivilen Instrumente einer aktiven Friedenspolitik einfordern. Der Deutsche Frauenrat unterstützt die Aktion und ruft zur Beteiligung auf.

Kommen Sie – setzen Sie ein Zeichen!

Das Forum Ziviler Friedensdienst ruft für den 6. September 2014 zur Aktion Friedensband in Berlin auf. Mit einer Menschenkette vom bekanntesten Denkmal militaristischer Politik, der Siegessäule, bis zum KanzlerInnenamt will das Forum gegen eine Militarisierung der Außenpolitik protestieren und die Stärkung der zivilen Instrumente einer aktiven Friedenspolitik einfordern. Der Deutsche Frauenrat unterstützt diese Aktion und ruft zur Beteiligung auf.

Die Menschenkette beginnt mit einer Kundgebung an der Siegessäule um 11.00 Uhr – von dort entwickelt sich das Friedensband bis zum KanzlerInnenamt, wo die Aktion um 12.30 Uhr mit einer Abschlusskundgebung beendet wird.

Sie können Ihre Friedensbotschaft unter dem Titel “Friedenspolitik statt Militäreinsätze” schriftlich mitbringen und an das Friedensband heften. Sollten Sie gerne eine Botschaft veröffentlichen wollen, aber selbst nicht teilnehmen können, schicken Sie Ihre Botschaft bitte bis spätestens 04.09. an h.engels(at)frauenrat.de. Wir werden sie dann für Sie am Friedensband befestigen.

An vielen Orten in Deutschland und anderen Ländern wird in diesem Jahr an den Beginn des Ersten Weltkrieges erinnert, der von großen Materialschlachten gekennzeichnet war und am Ende ca. 17 Millionen Menschen das Leben gekostet hatte. 100 Jahre und einen Weltkrieg später sind die zivilen Instrumente zur Kriegsverhinderung und Eindämmung militärischer Konflikte erweitert und geschärft worden. Von einer Welt, die es schafft, Konflikte zwischen Völkern oder Volksgruppen ohne militärische Mittel zu lösen, sind wir aber weit entfernt.

Die aktuellen Auseinandersetzungen in Syrien und im Nordirak, in Gaza, in der Ostukraine und in Libyen zeigen, dass der Wille und wohl auch die Fähigkeit, friedliche Lösungswege zu finden, nach wie vor nicht ausreichen, während in Deutschland über ein stärkeres militärisches Engagement in diesen Regionen diskutiert wird.

Der großen Begeisterung, mit der vor hundert Jahren viele in den Krieg zogen oder diesen unterstützten, stand ein geringer Widerstand entgegen. Bei der Erinnerung geht oft unter, dass Frauen wie Bertha von Suttner, Anita Augspurg oder Clara Zetkin sich vehement gegen den Krieg wandten. Die IWSA (International Woman Suffrage Alliance) forderte sowohl die neutralen als auch die am Krieg beteiligten Staaten auf, „keine Methode zur Versöhnung oder zur Schlichtung unversucht zu lassen, um (…) so zu vermeiden, dass die Hälfte der zivilisierten Welt in Blut ertrinkt“.

Zahlreiche Frauen engagierten und engagieren sich heute in den Krisen- und Kriegsgebieten als Friedensstifterinnen, so die Frauen in Weiß in Liberia, die Frauen in Schwarz in Serbien, Frauen in Israel und Palästina, die Verständigung suchen. Sie setzen in beeindruckender Weise die Forderungen der Resolution 1325 des UN-Sicherheitsrates und der Folgeresolutionen um, die u.a. eine stärkere Beteiligung von Frauen in Kriegs- und Krisensituationen und eine effektive Verfolgung sexualisierter Kriegsverbrechen fordern.

In der Tradition der Frauen, die Frieden wollen, sieht sich der Deutsche Frauenrat. In einem Positionspapier erinnerte er im Jahr 2010 daran, dass in allen zwischenstaatlichen und Bürgerkriegen Frauen Opfer sind, sowohl der bewaffneten Auseinandersetzungen als auch von Misshandlung und Vergewaltigung. Aber auch daran, dass sie aktiv beteiligt sind – als Unterstützerinnen, als Soldatinnen oder in Befreiungs- oder Widerstandsbewegungen.

Um einer friedlichen Welt willen und um die engagierten Frauen in Kriegs- und Krisengebieten zu unterstützen, rufen wir Frauen in Deutschland auf, sich an der Aktion Friedensband zu beteiligen:

Kommen Sie am 6. September nach Berlin und setzen Sie gemeinsam mit anderen ein Zeichen!

Der Aufruf zum Herunterladen, Ausdrucken, Weiterschicken.

AutorIn: Ulrike Helwerth
Erstellt am: Montag 25. August 2014

Quelle: Deutscher Frauenrat e.V.

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