Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Glaube nicht, es muss so sein, weil es nie anders war. Unmöglichkeiten sind Ausflüchte für sterile Gehirne. Schaffe Möglichkeiten!
* Hedwig Dohm
01.09.2014

Betreuungsgeld Im Osten ein Ladenhüter, im Westen ein Kassenschlager

Das umstrittene Betreuungsgeld wird bei jungen Eltern immer beliebter. Nach neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamtes erhielten im zweiten Quartal 2014 insgesamt 224.400 Eltern diese Leistung; das sind rund 78.600 mehr als im ersten Quartal.

Hauptsächlich wurde das Betreuungsgeld von Müttern bezogen (rund 95 %), obwohl es – anders als beim Elterngeld – hier nicht darauf ankommt, ob der Vater oder die Mutter AntragstellerIn ist. Im Ländervergleich fällt die Geschlechterverteilung recht unterschiedlich aus: Gab es in Bremen mit fast 11 Prozent den mit Abstand höchsten Anteil an männlichen Beziehern, haben in Bayern nur 3,2 Prozent Väter Betreuungsgeld beantragt.

92 Prozent der Leistungsbezüge gehen in die alten Bundesländer
Weit auseinander gehen die Leistungsbezüge in den neuen und in den alten Bundesländern: Während in den neuen Ländern (einschließlich Berlin) nur 17.600 Eltern Betreuungsgeld bezogen, taten dies im früheren Bundesgebiet rund 206.700 Eltern (92 %).

Bezugsdauer in neuen Ländern deutlich kürzer
Auch die Bezugsdauer unterscheidet sich in Ost- und Westdeutschland gravierend. Im früheren Bundesgebiet haben fast vier von fünf LeistungsbezieherInnen den Antrag auf Betreuungsgeld für den maximalen Bezugszeitraum von 22 Monaten gestellt; in den neuen Ländern (einschließlich Berlin) planen das nur zwei von fünf. Die voraussichtliche Bezugsdauer ist dementsprechend in den neuen Ländern mit durchschnittlich 13,7 Monaten deutlich kürzer als im früheren Bundesgebiet (19,6 Monate).

Mehr als die Hälfte der BezieherInnen haben nur ein Kind
15 Prozent der BezieherInnen besaßen nicht die deutsche Staatsbürgerschaft. Gut die Hälfte (51 %) der Kinder, für die Betreuungsgeld bezogen wurde, waren das einzige Kind im Haushalt. Ein Drittel lebte mit einem Bruder/einer Schwester, 16 Prozent mit zwei oder mehr Geschwistern zusammen.

AutorIn: Nathalie Sopacua
Erstellt am: Donnerstag 21. August 2014

Quelle: Deutscher Frauenrat e.V.

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