Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Wenn eine Frau zur Realität durchdringt, lernt sie ihren Zorn kennen, und das heißt, sie ist bereit zu handeln.
* Marly Daly
29.05.2017

"Boys don´t cry" - Autorenlesung mit Jack Urwin

Das unter den rund 50 Gästen der Lesung und Diskussion zu Jack Urwins Buch “Boys don´t cry” in der Stadtbibliothek Magdeburg, nur gut ein Zehntel Männer* waren, verwunderte den Autor nicht. Letztlich seien es eben die Frauen, die eine toxische Männlichkeit eher wahrnehmen, als die Männer* selbst. Wie sehr sich Männner* damit aber selbst schaden, war das Hauptthema der Lesung. Jack Urwin erzählte im Gespräch mit Maik Hattenhorst von der Stadtbibliothek, unserem Bildungsreferenten für Jungen*arbeit, Michael Ney und dem Publikum, in der Veranstaltung von seiner sehr persönlichen Motivation, sich mit den Themen einer toxischen Männlichkeit auseinanderzusetzen. Wie groß die Resonanz auf seinen ersten Artikel in diesem Zusammenhang war, hat ihn selbst überrascht. Jack Urwin geht es darum, verständlich zu machen, dass das traditionelle Verständnis von Männlichkeit nicht in Stein gemeißelt ist, sondern über die Jahrhunderte immer wieder Wandlungen unterlag. Beim Blick in die Zukunft, wünscht sich der Autor, vor allem, dass wir so früh wie möglich mit Jungen* arbeiten, damit sie gar nicht erst in die Fallstricke toxischer Männlichkeit geraten und lernen offen und positiv mit ihren Gefühlen umzugehen und verstehen, dass es völlig OK ist, sich einfach mal in den Arm zu nehmen, auch und gerade unter Männern und zu weinen. Die Parole „Boys don´t cry“ hat, wie alle anderen Durchhalteparolen, die sich an eine falsch verstandene Männlichkeit richten, längst ausgedient.

Für die Besucher*innen und Kooperationspartner*innen (die Stadtbibliothek Magdeburg, den Landesfrauenrat Sachsen-Anhalt, das Amt für Gleichstellungsfragen der Stadt Magdeburg und das KgKJH) war die Veranstaltung auf jeden Fall ein gelungener und instensiver Abend.

[Michael Ney, Bildungsreferent für geschlechterbewusste Pädagogik und Jungen*arbeit]
Quelle: 349. Newsmail KgKJH, 22.05.2017

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