Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Die Verhältnisse treiben, statt sich von ihnen treiben zu lassen.
* Elise Bartels
11.06.2014

Diversity Day 2014 Vielfalt kann man nicht verordnen – aber ermöglichen

Am zweiten „Diversity Tag“ in Deutschland am 3. Juni hat sich auch das Bundesministerium für Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) beteiligt. Vor geladenen Gästen warb Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) für die Vielfalt von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Unternehmen und Behörden und für ein Arbeitsfeld frei von Vorurteilen und Diskriminierung. Als Rahmenprogramm des Tages präsentierten Interessenvertretungen verschiedener Gruppierungen und Institutionen, die im Sinne des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) aktiv sind, ihre Anliegen und ihre Aktivitäten im BMJV. Auch der Deutsche Frauenrat war als Aussteller eingeladen.

„Egal, ob Mann oder Frau, ganz gleich, ob schwul, lesbisch oder hetero, unabhängig von Herkunft oder Hautfarbe, egal, ob alt oder jung – alle Menschen sollen an ihrem Arbeitsplatz die gleiche Wertschätzung und die gleiche Akzeptanz genießen,“ forderte der Bundesjustizminister. „Vielfalt kann man nicht verordnen, Vielfalt kann man aber ermöglichen“, und genau darum gehe es beim Diversity Tag. Das sei auch das Ziel seines Bundesministeriums, und deshalb habe das BMJV die Charta der Vielfalt unterschrieben, so Maas zur Eröffnung des Tages.

Interessenvertretungen von Frauen, Homosexuellen, MigrantInnen und anderen
Anschließend bot der Lichthof des Ministeriums Raum für unterschiedliche Interessenvertretungen und Institutionen, die im Sinne des AGG aktiv sind. Neben dem Deutschen Frauenrat präsentierten sich etwa der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD), der „Völklinger Kreis“, ein Zusammenschluss schwuler Führungskräfte, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, die Antidiskriminierungsstelle des Bundes, die Fachstelle Diversity Management und die Bundesstiftung Magnus Hirschberg.

Junge Besucherinnen: Weg zur Gleichbehandlung ist noch weit
Etliche Beschäftigte und BesucherInnen des Hauses nutzten dabei die Gelegenheit, sich über die Ziele und Arbeit des Deutschen Frauenrates zu informieren. Zum Gespräch standen die Vorstandsmitglieder Sandra Becker, Astrid Hollmann und Brigitte Triems zur Verfügung. Junge, im öffentlichen Dienst beschäftigte Frauen erklärten dabei, dass es noch ein weiter Weg bis zur Gleichbehandlung sei. Sie hätten Probleme mit Beurlaubung und Mutterschaft und seien auf den höheren Ebenen weit unterrepräsentiert. Die Frauenquote bei Führungspositionen läge auch im öffentlichen Dienst deutlich unter 20 Prozent.

Vermisst wurde die Beteiligung anderer Bundesministerien und -behörden am „Diversity Day“. Gemeinsam könne viel besser auf das Anliegen und die noch mangelnde Umsetzung auch im öffentlichen Dienst aufmerksam gemacht werden. Da sich das interessante Angebot des BMJV nur auf die Angehörigen und Gäste des Hauses beschränkte, blieb ein breiteres Publikum davon bedauerlicherweise ausgeschlossen.

Diversity Tag mit wachsendem Erfolg
Der Diversity Tag ist eine Initiative des Vereins Charta der Vielfalt. Er wurde im Jahr 2013 in Leben gerufen, um auf das vielfältige menschliche Potenzial in deutschen Unternehmen, Behörden und anderen Institutionen aufmerksam zu machen. Aufgrund seines Erfolgs im letzten Jahr wurde der Tag am vergangenen 3. Juni zum zweiten Mal von den unterschiedlichsten Teilnehmenden ausgerichtet.

AutorIn: Sandra Becker/Ulrike Helwerth
Erstellt am: Freitag 06. Juni 2014

Quelle: Deutscher Frauenrat e.V.

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