Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Wenn eine Frau zur Realität durchdringt, lernt sie ihren Zorn kennen, und das heißt, sie ist bereit zu handeln.
* Marly Daly
20.08.2014

Elternzeit: Väter engagieren sich nach Partnermonaten mehr für Kinder

Nehmen Väter Elternzeit, fördert das nachhaltig die partnerschaftliche Betreuung von Kindern. Das ergab eine Analyse des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB).

Der Studie zufolge reduzieren Väter, die Elternzeit genommen haben, nach der Rückkehr in den Job ihre Arbeitszeit um durchschnittlich 4,5 Stunden pro Woche und beteiligen sich stärker an der Kinderbetreuung. Doch nicht nur das: Auch insgesamt hat die Familie für Väter nach der Elternzeit eine größere Priorität. Denn um mehr Zeit für ihre Kinder zu haben, reduzieren Väter nicht nur ihre Arbeits-, sondern auch ihre Freizeit und verbringen nach der Elternzeit durchschnittlich eine Stunde pro Werktag mehr mit ihren Kindern.

Volle Verantwortung zuhause nur, wenn Partnerin erwerbstätig ist
Weniger engagiert zeigen sich Väter allerdings bei der Hausarbeit. Hier erhöhen Männer ihr Pensum nach der Elternzeit seltener. Nur Väter, die in Elternzeit waren, während ihre Partnerin erwerbstätig war, übernahmen später mehr Hausarbeit.

Hauptsächlich nehmen Väter der WZB-Analyse zufolge Elternzeit, um mehr Zeit mit ihrem Kind zu verbringen. „Bereits in zwei Monaten Elternzeit können Väter eine enge Bindung zu ihrem Kind aufbauen, die sie dann längerfristig beibehalten wollen. Eine stärkere Beteiligung bei der Hausarbeit streben die Väter dagegen nicht konkret an. Sie entwickelt sich meist nur dann, wenn Väter Elternzeit nehmen, während ihre Partnerin arbeitet, und sie so eine Zeit lang die volle Verantwortung zu Hause haben“, sagt WZB-Wissenschaftlerin Mareike Bünning.

Seit der Reform der Elternzeit im Jahr 2007 teilen sich immer mehr Paare die Elternzeit. 2012 nahmen 29,3 Prozent der Väter Elternzeit. Davon nahmen 75 Prozent zwei Monate in Anspruch, 25 Prozent blieben länger zu Hause. Um herauszufinden, ob Männer sich auch nach der Elternzeit mehr Zeit für Kinderbetreuung und Hausarbeit nehmen und dafür ihre Arbeitszeit reduzieren, analysierte Mareike Bünning Daten aus dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) von 2006 bis 2012 und aus dem Datensatz „Familien in Deutschland“ (FID) von 2010 bis 2012.

AutorIn: Nathalie Sopacua
Erstellt am: Sonntag 17. August 2014

Quelle: Deutscher Frauenrat e.V.

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