Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Patriarchat ist die Heimat der Männer; es ist Vaterland; und die Männer sind seine Handlungsbevollmächtigten.
* Mary Daly
25.09.2015

Ende der Sommerpause – Zeit für Gespräche mit dem Landesfrauenrat

Zum Ende der Sommerzeit startete der Vorstand wieder in die Gespräche zur Umsetzung der Beschlüsse der Delegiertenversammlung 2015 .

Sarah Schulze, Steffi Schikor, Minister Möllring,
Cornelia Schiergott

Am 2. September 2015 fanden sich Vertreterinnen des Landesfrauenrates zum Gespräch bei Herrn Minister Möllring ein. In dem Gespräch ging es zunächst um das Thema Frauenorte. Herr Möllring informierte, dass an der Hochschule Harz jetzt eine Forschungsarbeit zum Thema touristische Vermarktung „Frauenorte" geschrieben wird. Das Referat Tourismus ist auch weiterhin der Ansprechpartner. Herr Möllring erklärte ebenfalls, dass er auch die Umsetzung des Projektes „Frauenorte" in Niedersachen kennt, aber für Sachsen-Anhalt eine vernetzte Struktur vorzieht. Dies könnten zum Bespiel thematische Rundreisen, die mehrere Frauenorte verbinden, sein. Steffi Schikor (Schatzmeisterin Landesfrauenrat) gab noch den Hinweis, dass die Frauenorte in die regionalen Tourismuskonzepte integriert werden müssen, damit eine nachhaltige Verankerung erfolgt.

Zum Beschluss Erhalt der Geschlechterprofessur erklärte Herr Minister Möllring, dass die jetzige Stelleninhaberin erst 2022 ausscheidet und es daher genügend zeitlichen Vorlauf gäbe, um eine Lösung zu finden. Er betonte, dass die Hochschulen autonom sind und ihren Entwicklungsrahmen selbst bestimmen. Daher wäre es auch theoretisch möglich die Geschlechterprofessur in Halle anzusiedeln bzw. an einen anderen Lehrstuhl zu knüpfen. Sarah Schulze (Beisitzerin Vorstand Landesfrauenrat) betonte nochmals, dass aber das Land ein Interesse (auch aktenkundig im Landesprogramm) hat, dass es eine Geschlechterprofessur in Sachsen-Anhalt gibt. Herr Möllring sagte darauf zu, das Thema mit in die nächste Rektorenkonferenz zu nehmen.

Wulf Gallert, Steffi Schikor, Eva von Angern,
Henriette Quade, Renate Skirl, Cornelia Lüddemann,
Manuela Knabe-Ostheeren, Cornelia Schiergott

Am Morgen des 3. Septembers diskutierten dann Vertreterinnen des Vorstands mit der Fraktion DIE LINKE., vertreten durch Wulf Gallert, Henriette Quade und Torsten Weil. Vorerst wurde durch Cornelia Lüddemann (stellvertretende Vorsitzende des Vereins) dazu informiert, dass sich der Landesfrauenrat intensiv mit der Umsetzung des Beschlusses zur Herstellung von mehr Geschlechtergerechtigkeit bei der Gremienbesetzung in Sachsen-Anhalt befasst. Aktuell wird an der Erfassung entsprechender Positionen und Gremien gearbeitet, um dann an entsprechender Stelle der Landesregierung und -verwaltung bei der Besetzung beratend zur Seite zu stehen.

Dann wurde intensiv über die Verortung der Landesbeauftragten für Gleichstellung nach der Landtagswahl 2016 diskutiert. Steffi Schikor (Schatzmeisterin im Landesfrauenrat) verdeutlichte die praktischen Probleme seit dem Wegfall der Stelle der Landesbeauftragten für Gleichstellung durch Übertragung der Leitung der Leitstelle für Frauen- und Gleichstellungspolitik an die Ministerin Prof. Angela Kolb und wiederholte die jahrelange Forderung des Landesfrauenrats, die Stelle neu zu besetzen. DIE.LINKE positionierte sich klar zu einer Neubesetzung mit Ansiedlung an den Landtag, damit die moralische Wächterfunktion unabhängig ausgeübt werden kann.

Abschließend diskutierten wir über den Bedarf eines Beratungsangebots für von Gewalt mitbetroffene Kinder. DIE LINKE. konnte hierzu schon konkrete Ideen zur mobilen psychologischen Beratung vorlegen und nahm unseren Hinweis, eine Beratungsstruktur an die Struktur der Interventionsstellen im Land anzudocken, auf.

Ministerin Prof. Dr. Kolb, Steffi Schikor, Cornelia Lüddemann,
Eva von Angern, Cornelia Schiergott

Nachmittags nahm der Vorstand die Gelegenheit wahr, mit der Ministerin Prof. Dr. Angela Kolb und dem Staatssekretär Thomas Wünsch über die Beschlüsse der Delegiertenversammlung zu diskutieren. Insbesondere stand hierbei die Organisation der Gleichstellungsarbeit im Ministerium für Justiz und Gleichstellung im Vordergrund. Auch hier verdeutlichte Steffi Schikor die Probleme seit dem Wegfall der Stelle der Landesbeauftragten für Gleichstellung durch Übertragung der Aufgaben an die Ministerin. Die Ministerin nahm die Kritik sehr ernst und verwies darauf, dass nach der Landtagswahl in sechs Monaten eine neue Struktur erarbeitet werden kann.

Danach diskutierten wir auch hier über den Bedarf eines Beratungsangebotes für von Gewalt mitbetroffene Kinder und verwiesen auf bestehende Konzepte in anderen Bundesländern.

Zur Umsetzung des Landesprogramms für ein geschlechtergerechtes Sachsen-Anhalt sprach sich der Landesfrauenrat dafür aus, die Arbeit des Beirates intensiver und häufiger zu gestalten, um mehr Transparenz zum Stand der Umsetzung in den Strukturen herzustellen.

Abschießend berichteten wir über unsere geplante Fachveranstaltung zu weiblichen Flüchtlingen. 

Eva von Angern, Cornelia Lüddemann,
Dr. Reiner Haseloff, Steffi Schikor

Am 23. September wurde der geschäftsführende Vorstand beim Ministerpräsidenten Dr. Reiner Haseloff empfangen. Im Vordergrund des Gespräches stand die Erhöhung der Frauenquote bei der Besetzung von Gremien und Führungspositionen im Land. Eva von Angern (Vorsitzende des Vereins) informierte hierzu, dass der Landesfrauenrat aktuell an der Erfassung entsprechender Positionen und Gremien arbeitet, um dann an entsprechender Stelle der Landesregierung und -verwaltung bei der Besetzung beratend zur Seite zu stehen. Neben diesem Thema standen noch die Besetzung der Landesbeauftragten für Gleichstellung und die aktuelle Flüchtlingsproblematik aus weiblicher Sicht zur Diskussion. 

Wir bedanken uns für die guten Gespräche!

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