Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Ich habe nie genau herausgefunden, was der Feminismus eigentlich ist. Ich weiß nur, dass man mich als Feministin bezeichnet, wann immer ich Gedanken äußere, die mich von einem Fußabtreter unterscheiden.
* Rebecca West
15.01.2014

Equal Pay: dbb-Frauen sehen Bundesinnenminister in der Pflicht

Was ist faire und gerechte Bezahlung im öffentlichen Dienst? Die Frage warf Bundesinnenminister Thomas de MaiziE8re (CDU) am 6. Januar auf der diesjährigen Jahrestagung des dbb beamtenbund und tarifunion auf. Seine eigene Antwort fiel aus Sicht der dbb bundesfrauenvertretung freilich unzureichend aus.

Den “einen entscheidenden Aspekt” nach der geschlechtergerechten Bezahlung habe de MaiziE8re unter den Tisch fallen lassen, ließ Helene Wildfeuer, Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung, mitteilen. Sie riet dem Bundesinnenminister, die gerechte Bezahlung von Frauen und Männern “dringend auf Wiedervorlage” zu legen. Dazu gehöre auch, die Personalentwicklungskonzepte auf den Prüfstand zu stellen. Schließlich würden Frauen seltener als Männer verbeamtet und seien kaum in Spitzenpositionen vertreten. “Hinzu kommt, dass im Vergleich zu klassisch männlich dominierten Bereichen niedrigere Tarifentgelte bezahlt werden.”

Teilzeit diskriminierungsfrei
Problematisch findet die Gewerkschafterin außerdem, dass die überwiegend von Frauen ausgeübte Teilzeitarbeit im öffentlichen Dienst mit beruflichen Nachteilen einhergehe. Um das zu ändern, müsse de MaiziE8re gleich mehrere Baustellen bearbeiten: Neben familienfreundlichen Arbeitsplätzen und einem bedarfsgerechten Kinderbetreuungsangebot seien auch diskriminierungsfreie und transparente Beförderungsverfahren von Nöten, die sich in gleichen Karrierchancen und Einkommensentwicklungen niederschlügen.

Große Koalition verspricht demografievorsorgende Personalpolitik
Wie ernst dem Bundesinnenminister die Appelle der dbb-Frauen sind, wird sich im Laufe der Legislaturperiode herausstellen. Im Koalitionsvertrag von Union und SPD heißt es jedenfalls: “Zur Sicherung der Fachkräftebasis und zur Gewinnung qualifizierten Nachwuchses brauchen wir eine demografievorsorgende Stellen- und Personalpolitik, moderne, attraktive und familienfreundliche Arbeitsbedingungen sowie partnerschaftliche Personalvertretungen.”

AutorIn: Nathalie Sopacua
Erstellt am: Montag 13. Januar 2014

Quelle: Newsletter Deutscher Frauenrat e.V.

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