Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Wenn das Recht einer jungen Frau auf Unversehrtheit wirklich ernst genommen würde, gäbe es Selbstverteidigung für Frauen als Schulfach. Stattdessen lernen wir nach wie vor Anpassung.
* Luisa Francia
03.03.2011

EU-Gerichtshof spricht sich für geschlechtsneutrale Versicherungstarife aus

Am 1. März 2011 fällt der Europäische Gerichtshof ein spektakuläres Urteil: Versicherungen müssen zukünftig einheitliche Tarife für Frauen und Männer anbieten. Denn die bisherige Berücksichtigung des Geschlechts als Risikofaktor in den Versicherungsverträgen ist eine unzulässige Diskriminierung.

Bisher werden Versicherungstarife nach dem statistischen Risiko kalkuliert, wobei das Geschlecht eine zentrale Rolle spielt. Frauen bezahlen weniger für die Kfz-Haftpflicht als Männer, aber deutlich mehr für die private Rentenversicherungen. Bis spätestens Ende Dezember 2012 müssen die Unisex-Tarife von den Versicherungen für neue Verträge angeboten werden.

Frauenpolitische Verbände wie der Deutsche Frauenrat und der Deutsche Juristinnenbund begrüßen das Urteil, warnen aber davor, dass dieses Urteil von den Versicherungen genutzt wird, um Tariferhöhungen vorzunehmen.

Die Gleichstellung von Männern und Frauen ist ein grundlegendes Prinzip der Europäischen Union. Nach Artikel 21 und 23 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union ist jegliche Diskriminierung wegen des Geschlechts verboten.

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