Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Ich habe nie genau herausgefunden, was der Feminismus eigentlich ist. Ich weiß nur, dass man mich als Feministin bezeichnet, wann immer ich Gedanken äußere, die mich von einem Fußabtreter unterscheiden.
* Rebecca West
09.09.2013

Europäische Frauenlobby: Mütterdiskriminierung weit verbreitet

Vielen Müttern werden beim Wiedereinsteig in den Beruf Steine in den Weg gelegt. Auf diese Diskriminierungen am Arbeitsplatz weist die Europäische Frauenlobby (EWL) hin. Sie beruft sich dabei auf eine kürzlich erschienene Studie in Großbritannien. Diese belegt, dass viele Frauen ihren alten Job durch den Mutterschaftsurlaub verlieren.

Allein in Großbritannien treten bis zu 50.000 Frauen jährlich ihre alte Arbeitsstelle nach dem gesetzlich vorgeschriebenen Mutterschaftsurlaub nicht wieder an. Das zeigt eine von der britischen Zeitung Independent ausgewertete Untersuchung. Die Formen der Benachteiligungen sind vielfältig: Oft landen die jungen Mütter auf einer schlechteren Position, haben weniger Chancen auf Beföderung, müssen weniger Arbeitsstunden in Kauf nehmen oder tragen insgesamt weniger Verantwortung. Es gibt sogar Fälle, in denen ihnen fristlos gekündigt wird. Die EWL betont, dass diese Diskriminierungen am Arbeitsplatz langfristig erheblich zum Lohngefälle zwischen den Geschlechtern beitragen.

Kaum strafrechtliche Verfolgung
Auch in Deutschland erleben sehr viele Frauen solche Benachteiligungen. Statistiken dazu gibt es jedoch kaum. Gewerkschaften, Frauen- und Familienberatungsstellen ist diese Diskriminierungspraxis allerdings bekannt.
Die EWL kritisiert, dass solche Fälle von Diskriminierung fast nie bekannt würden – von strafrechtlicher Verfolgung ganz zu schweigen. Viele Mütter würden diesbezüglich auch ihre Rechte kaum kennen. Hohe Gerichts- und Anwaltskosten würden mit dazu beitragen, dass insgesamt nur wenig geklagt werde.

Weitere Informationen:
Auf der Homepage der Europäischen Frauenlobby
Wer Diskriminierungen von Schwangeren und Müttern öffentlich machen will, schreibt an die EWL unter machacova(at)womenlobby.org

Quelle: Deutscher Frauenrat e.V.

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