Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Wenn das Recht einer jungen Frau auf Unversehrtheit wirklich ernst genommen würde, gäbe es Selbstverteidigung für Frauen als Schulfach. Stattdessen lernen wir nach wie vor Anpassung.
* Luisa Francia
03.12.2010

Europarat startet Kampagne zur Bekämpfung sexueller Gewalt gegen Kinder

Der Europarat und das italienische Ministerium für Gleichstellung haben am 29. und 30. November eine europäische Kampagne zur Förderung rechtlicher, erzieherischer und anderer Maßnahmen zur Bekämpfung aller Formen von sexueller Gewalt gegen Kinder gestartet.

Sexuelle Gewalt ist weiter verbreitet als viele Menschen denken. Man geht davon aus, dass eines von fünf europäischen Kindern Opfer von sexueller Gewalt wird. In 70 bis 85% der Fälle kennen die Kinder die Täter. In 90% der Fälle werden sexuelle Straftaten den Behörden nicht gemeldet.

Die Kampagne dient der Sensibilisierung von Kindern, Erwachsenen, LehrerInnen und anderen Personen, die Kontakt mit Kindern haben. Sie sollen über das Ausmaß des Problems aufgeklärt und mit dem Wissen ausgestattet werden, das für die Vorbeugung von sexuellem Missbrauch oder für die Meldung dieser Straftat notwendig ist.

Die durch die Kampagne geförderten Maßnahmen sind in einer Konvention des Europarates zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch enthalten. Hauptziel der Kampagne ist die Ratifikation der Konvention und ihre effektive Umsetzung durch alle Mitgliedsstaaten des Europarates.

Eltern sollen ermutigt werden, ihren Kindern zwischen 4 und 7 Jahren beizubringen, dass sie das Recht haben, Grenzen zu setzen, und dass sie ihren Gefühlen Ausdruck verleihen und über Probleme sprechen müssen. Zur Unterstützung wird in einem Fernsehspot, in einem Kinderbuch, auf einer Webseite und durch andere unterstützende Materialien eine Figur namens Kiko eingesetzt.

Die Stadt Rom unterstützt die Aktion des Europarates vom 22. November bis zum 5. Dezember mit einer Plakat-Kampagne. Der Fernsehspot wird vom 29. November bis zum 12. Dezember 2010 ausgestrahlt.

Der Staatspräsident Italiens, Giorgio Napolitano, die Ministerin für Gleichstellung, Maria Rosaria Carfagna, die türkische Staatsministerin für Familie und Frauen, Selma Aliye Kavaf, und die Stellvertretende Generalsekretärin des Europarates, Maud de Boer-Buquicchio, haben gemeinsam mit anderen europäischen hochrangigen Beamten, Abgeordneten und Experten am offiziellen Beginn der Kampagne teilgenommen.

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