Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Wenn das Recht einer jungen Frau auf Unversehrtheit wirklich ernst genommen würde, gäbe es Selbstverteidigung für Frauen als Schulfach. Stattdessen lernen wir nach wie vor Anpassung.
* Luisa Francia
11.06.2014

Europawahl 2014 Im Schneckentempo zur Parität

Er ist gestiegen, aber nur geringfügig: der Frauenanteil im Europäischen Parlament nach der jüngsten Europawahl. Insgesamt 37 Prozent Frauen wurden Ende Mai ins EU-Parlament gewählt – gegenüber 2009 ein Anstieg um 1,25 Prozent. Joanna Maycock, Generalsekretärin der Europäischen Frauenlobby (EWL), , beklagte den nur geringen Fortschritt in Richtung Geschlechterparität. In diesem Schneckentempo würde es noch weitere 52 Jahre dauern, bis die Sitze im Europäischen Parlament paritätisch besetzt seien.

Die Generalsekretärin der Europäischen Frauenlobby (EWL), Joanna Maycock, beklagte den nur geringen Fortschritt in Richtung Geschlechterparität. In diesem Schneckentempo würde es noch weitere 52 Jahre dauern, bis Parität im Europäischen Parlament erreicht sei.

Fakt ist, dass die konservativen und rechten Parteien im Vergleich zu den Mitte-Links-Parteien beim Frauenanteil deutlich hinterher hinken. Die EWL sieht hier einen klaren Zusammenhang: Dort, wo wirksame Sanktionen bei der Nichteinhaltung von Quoten vorgesehen seien, kämen Frauen eher zum Zuge. Dies zeige sich am Beispiel der Sozialdemokraten, die von 189 Abgeordneten insgesamt 86 Frauen (46 Prozent) ins Brüsseler Parlament schickten, während auf den Fraktionsbänken der Europäischen Volkspartei (EVP) nur 65 Frauen (30 Prozent) Platz nehmen werden.

Deutlich vorne liegt in Sachen politischer Partizipation von Frauen die Europäische Linke (GUE/NGL): Sie hat die Parität mit 51 Prozent weiblichen Abgeordneten mehr als erreicht. Der Frauenanteil in der Fraktion der Liberalen (ALDE) beträgt 40 Prozent, der der Grünen liegt bei 37 Prozent.

Europawahl in Deutschland: weniger Frauen im Parlament
Im Vergleich zum Gesamtergebnis der Europwahl ist das deutsche Ergebnis rückläufig: Brigitte Triems, Vorstandsmitglied des Deutschen Frauenrats, rechnet vor: „Von den insgesamt gewählten 96 Abgeordneten sind 35 Frauen, das heißt 36,5 Prozent. Das ist ein Rückschritt um 1,5 Prozent, denn in der vorangegangenen Wahlperiode waren es 38 Prozent.“ Die meisten Frauen sitzen in den Fraktionsreihen der Linken (57 Prozent) und der Grünen (55 Prozent), gefolgt von der SPD (48 Prozent), der FDP (33 Prozent), der AfD (29 Prozent) und der CDU/CSU (insgesamt 21 Prozent),

AutorIn: Nathalie Sopacua
Erstellt am: Dienstag 10. Juni 2014

Quelle: Deutscher Frauenrat e.V.

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