Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Die Frau gehört nicht mehr ins Haus, sie gehört in dieses Haus: den Reichstag.
* Minna Cauer
11.06.2014

Studie: Familienarbeitszeit – Wirkungen und Kosten einer Lohnersatzleistung bei reduzierter Vollzeitbeschäftigung

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist nach wie vor ein aktuelles Thema in der familienpolitischen Debatte. In den letzten zehn Jahren wurden verschiedene politische Maßnahmen initiiert, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterstützen sollen. Der Ausbau der Kinderbetreuungsplätze leistet dazu einen wesentlichen Beitrag. Gleichwohl geben zwei Drittel aller Eltern von Kindern unter 18 Jahren an, dass die Vereinbarkeit „nicht so gut gelingt“ (vgl. BMFSFJ, 2011). Das belegen auch Umfragen, die die tatsächlich ausgeübte Arbeitszeit von Eltern mit den Arbeitszeitwünschen vergleichen. Rund 20 Prozent der Väter, die Vollzeit erwerbstätig sind, geben an, an einer Verringerung der Arbeitszeit auf 30 bis 35 Wochenstunden interessiert zu sein. Von den Müttern wiederum wünschen sich viele der nicht oder Teilzeiterwerbstätigen Mütter eine Ausweitung ihrer Erwerbsarbeitszeit (BMFSFJ, 2011).

Offensichtlich sind die Anreize einer gleichmäßigen Aufteilung von Arbeits- und Familienzeit im bestehenden System unzureichend. Hier könnte eine Lohnersatzleistung bei Familienarbeitszeit Abhilfe schaffen, die Familien in ihrem Wunsch nach einer partnerschaftlichen Verteilung von Erwerbs- und Familienarbeit unterstützt. Diese Lohnersatzleistung soll einen finanziellen Anreiz für Familien setzen, in denen beide Elternteile einer reduzierten Vollzeittätigkeit, die etwa 80 Prozent einer gängigen Vollzeitbeschäftigung entspricht, nachgehen. Ein Teil des Einkommensausfalls, der durch diese reduzierte Vollzeit-Erwerbstätigkeit entsteht, soll durch diese Lohnersatzleistung kompensiert werden. Da die Leistung an die Bedingung geknüpft ist, dass beide Elternteile mit reduzierten Stunden erwerbstätig sind, wird die partnerschaftliche Aufteilung der Erwerbs- und Familienarbeit explizit gefördert.

Das DIW Berlin wurde von der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Hans-Böckler-Stiftung beauftragt, zu untersuchen, wie die Einführung einer solchen Leistung die Erwerbsentscheidungen von Müttern und Vätern verändern könnte und welche fiskalischen Kosten diese Lohnersatzleistung hätte. Dabei werden verschiedene Varianten analysiert, die sich in Bezug auf die Bedingungen für die Inanspruchnahme bzw. der Gestaltung der Lohnersatzrate unterscheiden.
(aus der Einleitung)

Die Studie als pdf finden Sie hier.

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