Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Wenn das Recht einer jungen Frau auf Unversehrtheit wirklich ernst genommen würde, gäbe es Selbstverteidigung für Frauen als Schulfach. Stattdessen lernen wir nach wie vor Anpassung.
* Luisa Francia
23.10.13

Forum Equal Pay Day 2014: Minijobs und Teilzeit nach Erwerbspausen

Am 21. März 2014 ist Equal Pay Day, der Aktionstag für die gleiche Bezahlung von Frauen und Männern. Unter dem Motto “…und raus bist Du?” thematisiert das Forum Equal Pay, an diesem Tag die Beschäftigungsformen “geringe Teilzeit” und “Minijob” nach Erwerbspausen. Im November 2013 informieren eine Auftaktveranstaltung in Berlin sowie weitere Themenforen über das aktuelle Schwerpunktthema.

Warum gelingt es nur wenigen Frauen, Familie und Karriere erfolgreich zu vereinbaren? Männer können das gut – dann kann das doch nicht allzu schwer sein. So jedenfalls denken viele junge, gut ausgebildete Frauen beim Berufseinstieg. An der Praxis scheitern dann jedoch viele.

Anschluss an Karriere nicht verpassen
Ist ein passender Mann gefunden, wird der richtige Zeitpunkt für die Familiengründung gesucht. Ist es besser, möglichst jung und physisch fit die Schwangerschaften hinter sich zu bringen und danach im Job durchzustarten? Oder empfiehlt es sich, erst die Karriere anzuschieben, bevor der Nachwuchs geplant wird? Nur wer rechtzeitig seinem Arbeitgeber oder seiner Arbeitgeberin signalisiert “Ich komme wieder und will beruflich genau da weiter machen, wo ich vor der Geburt meines Kindes aufgehört habe”, hat eine Chance, den Anschluss an die Karriere nicht zu verpassen. Fortschrittliche ArbeitgeberInnen bieten “Wiedereinstiegskonzepte” an, weil sie gut ausgebildete Fachkräfte nicht verlieren wollen. Aber: Sie sind noch eher in der Minderheit.

Ehegattensplitting und beitragsfreie Familienmitversicherung begünstigen Einverdienerfamilien
Immer noch verzichten viele Mütter darauf, den Vater ihrer Kinder weniger als Familienernährer, sondern in seiner Vaterrolle zu fordern und zu fördern. Darüber hinaus wissen wir aus Gesprächen mit Trainerinnen, die den beruflichen Wiedereinstieg von Müttern nach durchschnittlich vier bis fünf Jahren Familienzeit begleiten, dass es gerade diese Väter sind, die eine Berufstätigkeit ihrer Frau nicht unterstützen: Vielleicht, weil sie auf den Komfort der allzeit verfügbaren häuslichen Arbeitskraft nicht verzichten wollen? Ehegattensplitting und beitragsfreie Familienmitversicherung in der Krankenkasse begünstigen die Einverdienerehe, während die Risiken eines Verzichts auf partnerschaftliche Verantwortungsteilung für den Familienunterhalt häufig ausgeblendet werden: Nach Erwerbslosigkeit oder krankheitsbedingter Erwerbsunfähigkeit des Haupternährers fällt die Familie schnell in die sozialen Sicherungssysteme. Dies verändert die Familiensituation noch dramatischer als der Wiedereinstieg der Hausfrau ins Erwerbsleben. Hingegen treffen Trennung und Scheidung, wenn der Minijob der Mutter plötzlich zu ihrer einzigen Einkommensquelle wird, in erster Linie die Frauen.

Minijobs und Teilzeit bremsen beruflichen Aufstieg
Die Tatsache, dass viel mehr Frauen als Männer in Minijobs und Teilzeit arbeiten, wirkt sich auf die Lohnlücke aus, weil in diesen Beschäftigungsformen meist niedrige Stundenlöhne gezahlt werden. Würden Frauen und Männer gleichermaßen Voll- und Teilzeit arbeiten, könnte die Lohnlücke von 22 auf 20 Prozent gesenkt werden. Minijobs und Teilzeit bremsen den beruflichen Aufstieg und die damit verbundene Einkommenssteigerung.

Die Foren
Das Forum Equal Pay Day bietet drei Veranstaltungen zum Themenschwerpunkt:

  • Auftaktveranstaltung: Berlin, 4.11.2013, 11-16 Uhr, im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ
  • Frankfurt, 22.11.2013, 11-16 Uhr, im Haus am Dom, Domplatz 3, 60311 Frankfurt/M.
  • Düsseldorf, 29.11.2013, 11-16 Uhr, Villa Horion, Johannes-Rau-Platz, 40213 Düsseldorf

Henrike von Platen ist Präsidentin von BPW Germany e.V., Mitgliedsverband des Deutschen Frauenrates. Der BPW Germany hat den Aktionstag Equal Pay Day in Deutschland eingeführt.

Weitere Informationen:
Detailliertes Programm der Foren und Anmeldung
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AutorIn: Henrike von Platen
Erstellt am: Montag 21. Oktober 2013

Quelle: Newsletter Deutscher Frauenrat e.V., Ausgabe vom 23. Oktober 2013

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