Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Es würde viel weniger Böses auf Erden geben, wenn das Böse niemals im Namen des Guten getan werden könnte.
* Marie von Ebner-Eschenbach
10.09.2013

Keine Einigung auf gesetzliche Entgeltgleichheit, aber auf Bildung eines Arbeitskreises, 23. GMFK in Magdeburg

(fpd) Die ursprünglich für den 19./20. Juni in Magdeburg anberaumte und wegen der Flutkatastrophe und Evakuierung des Tagungshotels abgesagte 23. Jahreskonferenz der Gleichstellungs- und Frauenminister/innen (GMFK) (vgl. 594,S.1, 595,S.1) fand am 5. September, verkürzt auf einen Tag, in der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt statt. Amtierende Vorsitzende der GMFK war die Justiz- und Gleichstellungsministerin von Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Angela Kolb (SPD). Im Mittelpunkt der Beratungen standen die Themen “Geschlechtergerechte Entlohnung” und die “Finanzsituation der Frauenhäuser”.
Um die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern zu schließen, sprach sich die GMFK für Maßnahmen aus, “die Minijobs dort, wo sie reguläre sozialversicherungspflichtige Beschäftigung verhindern, beseitigen können”. Die amtierende GFMK-Vorsitzende Angela Kolb betonte: “Das Thema Entgeltgleichheit steht seit Jahren im Fokus der Öffentlichkeit, aber bewegt hat sich wenig”. Frauen seien “häufiger in schlechter bezahlten Berufen, seltener in Führungsjobs und auch bei gleichwertigen Tätigkeiten oft geringer entlohnt als Männer”. Der so genannte “unbereinigte Gender Gap”, so Kolb, habe in den Jahren 2006 bis 2009 in Deutschland 23 Prozent betragen, seitdem sei er “nur um einen Prozentpunkt gesunken”. Auf die Forderung nach einem Entgeltgleichheitsgesetz hat sich die GMFK erwartungsgemäß nicht verständigen können. Die Ministerin wörtlich: “Wenn die Lohnlücke deutlich reduziert werden soll, sind erhebliche Anstrengungen von Bund, Ländern und Tarifvertragsparteien nötig.” Trotz offensichtlicher parteipolitisch bedingter und im Vorfeld der Bundestagswahl verstärkt wirksamer Differenzen in dieser Frage wollen die Länder den Prozess der Schließung der geschlechtsbedingten Lohnlücke vorantreiben. Hierzu sollen die Wirtschafts-, Sozial- und Justizministerinnen und -minister der Länder “sowie die Bundesregierung mit ins Boot” genommen werden. Zu diesem Zweck soll ein “zeitlich befristetes Arbeitsgremium gegründet werden”.

Quelle: frauenpolitischer dienst – fpd, Zweite September-Ausgabe – 10 – 09 – 13 – Folge 598

Die Beschlüsse der 23. GFMK 2013 sind auf der Homepage der Konferenz der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen und – minister, – senatorinnen und -senatoren der Länder veröffentlicht

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