Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Mehr Stolz ihr Frauen! Wie ist es nur möglich, dass ihr euch nicht aufbäumt gegen die Verachtung, die euch noch immer trifft-Auch heute noch? Ja, auch heute noch.
* Hedwig Dohm
01.10.2013

Sollen Mütter Betreuungsgeld beantragen, damit Hartz-IV-Geld eingespart wird?

(fpd) In Schreiben an Bundesfamilienministerin Schröder und Bundesarbeitsministerin von der Leyen äußert die Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros (BAG) Zweifel daran, ob die angeblich bisher 27.000 Mütter, die Betreuungsgeld beantragt haben, dies wirklich aus eigenem Antrieb getan haben. Die BAG verweist darauf, dass das Betreuungsgeld auf SGB II-Leistungen angerechnet werde, was dazu führe, dass es SGB II-Bezieherinnen größtenteils nicht freigestellt wird, ob sie Betreuungsgeld beantragen wollen. Wörtlich weiter: “ In vielen Jobcentern werden die Kundinnen flächendeckend mittels Telefonaquise oder Rundbriefen nicht nur auf die Möglichkeit des Betreuungsgeldes informiert, sondern dazu aufgefordert bzw. dazu gedrängt, Betreuungsgeld zu beantragen”. Von “Wahlfreiheit” könne “hier also keine Rede sein”. Die Bundessprecherinnen der BAG, Beate Ebeling (Wolfsburg) und Petra Bormann (Delmenhorst), befürchten zudem, “dass die Frauen, die aus diesem Grund Betreuungsgeld beantragt haben, von möglichen Eingliederungsmaßnahmen ausgeschlossen werden”. Dadaurch würden die Bemühungen um die Eingliederung gerade junger Mütter oder Alleinerziehender in den Arbeitsmarkt zu integrieren, konterkariert.

Quelle:
frauenpolitischer dienst (fpd), Erste Oktober-Ausgabe – 01 – 10 – 13 – Folge 599

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