Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Mehr Stolz ihr Frauen! Wie ist es nur möglich, dass ihr euch nicht aufbäumt gegen die Verachtung, die euch noch immer trifft-Auch heute noch? Ja, auch heute noch.
* Hedwig Dohm
05.01.2018

Altersarmut von Frauen - OECD mahnt Rentenreform an

Anders als in anderen vergleichbaren Industriestaaten sind Geringverdiener/innen in Deutschland besonders schlecht gegen Altersarmut abgesichert. Das diagnostiziert eine aktuelle Studie der OECD. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung trifft darin nicht nur Feststellungen zur Lage auf dem Rentensektor, sonder formuliert auch konkrete Reformbedingungen.
Die frauenpolitisch relevanten Aussagen der OECD-Studie (“Pensions at a Glance 2017”) sind:

  • Im Gegensatz zu den meisten anderen OECD-Staaten gibt es in Deutschland keine Mindestrente, die verhindert, dass die Rente von Geringverdiener/innen im Alter auf Sozialhilfeniveau absinkt.
  • Frauen haben in Deutschalnd nur 46 Prozent der Rente eines durchschnittlichen Rentners, weil die Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern besonders groß sind und ein großer Anteil der Frauen nur Teilzeit arbeitet.
  • Solange diese Unterschiede nicht eingeebnet werden, ist für Frauen in Deutschland keine wesentliche Besserung ihrere Situation im Alter zu erwarten. Deutschland tut im internationalen Vergleich der OECD-Mitgliedsstaaten viel zu wenig für Niedrigverdinner/innen.
  • Während sich die Beschäftigung der 60 – 64-Jährigen mit 56 % im Durchschnitt bewegt, liegt Deutschalnd bei den 65 – 69-Jährigen 2 %-Punkte unter dem OECD-Durchschnitt von gut 20 %.
  • Die in der letzten Wahlperiode eingeführte abschlagfreie Rente nach 45 Beitragsjahren bietet wenig Anreize, die Berufslaufbahn fortzusetzen; auch die 2017 eingeführte Flexi-Rente erhöht das Risiko, dass Beschäftigte früher in Rente gehen.
  • Deutschland braucht dem gegenüber aus wirtschaftlichen und demokratischen Gründen Maßnahmen mit Anreizen zur Arbeit über das normale Rentenalter hinaus, zumal sich dies auch rentensteigernd auswirken würde.

Quelle: fdp, Erste Januar Ausgabe, 05.01.18, Folge 701

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