Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Wir wollen lieber fliegen als kriechen.
* Louise Otto-Peters
09.10.2013

Frauen gegen Gewalt: Gut informiert zum Thema Stalking

Nach der Geiselnahme eines Stalkers in Ingolstadt hat der Bundesverband der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (BFF) neues Informationsmaterial zum Thema Stalking zusammengestellt. Es enthält viele Fakten und Ratschläge für Betroffene. Indes fordert die Deutsche Stalking-Opferhilfe schärfere Gesetze gegen die Täter.

Schätzungen zufolge gibt es in Deutschland 600.000 bis 800.000 Fälle von Stalking pro Jahr. Stalking birgt gerade für Frauen ein hohes Risiko körperlicher oder sexueller Gewaltangriffe. Bei der Geiselnahme im Ingolstädter Rathaus hatte ein bewaffneter Mann drei Geiseln in seiner Gewalt – darunter eine Frau, die er zuvor bereits mehrere Monate lang verfolgt hatte.

Verschärfung der Gesetze
“Erst muss etwas ganz Schlimmes passieren, bis ermittelt wird”, kritisierte die Vorsitzende der Deutschen Stalking-Opferhilfe, Erika Schindecker, nach dem Geiseldrama gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Ihrer Meinung nach greift der Stalking-Paragraf nicht richtig. Sie fordert deshalb schärfere Gesetze. Sie könnten manchen Stalker davon abhalten, massiv gegen das Opfer vorzugehen, so Schindecker. Bayerns Justizministerin Beate Merk hatte sich der Forderung nach einer Verschärfung der Gesetze angeschlossen.

Unterschiedliche Facetten
“Stalking darf nicht unterschätzt werden”, betonte auch Katja Grieger vom BFF. Stalking sei eine Form der Gewalt gegen Frauen in ganz unterschiedlichen Facetten, für Betroffene oftmals mit sehr weitreichenden Konsequenzen und negativen Folgen. “Studien zeigen, dass 80 Prozent der Stalking-Opfer weiblich sind”, betonte Grieger.

Stalking birgt einen hohen Risikofaktor
In Fachberatungsstellen finden Betroffene Hilfe. Dort können sich Frauen im Umgang mit Stalking beraten lassen. Auch können rechtliche Schritte erwogen werden. In den meisten Fällen sei der Stalker der Ex-Partner,so Grieger. Dabei gehe Stalking oft über Telefonanrufe, unzählige SMS und Verfolgung hinaus. Viele Betroffene erfahren körperliche oder sexuelle Gewaltangriffe durch den Täter. Stalking sei ein Risikofaktor für Tötung und Tötungsversuche. “Frauen, die von ihrem Ex-Partner gestalkt werden, haben verglichen mit der Gesamtbevölkerung ein 25-fach erhöhtes Risiko, getötet zu werden.”

Nützliche Handlungsempfehlungen
Der BFF hat anlässlich der Geiselnahme in Ingolstadt ein neues Informationspapier zu Stalking zusammen gestellt. Es ist online verfügbar und fasst auf wenigen Seiten die wichtigsten Informationen zusammen. Es enthält nützliche Handlungsempfehlungen und viele Literaturhinweise.

Weitere Informationen finden Sie hier.

AutorIn: Diana Engel
Erstellt am: Mittwoch 02. Oktober 2013

Quelle: Deutscher Frauenrat e.V.

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