Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Für Frauen ist der vorgeblich sichere Hort der Familie ein sehr gefährlicher Platz: das Ausmaß an tätlicher Gewalt im privaten Zusammenleben ist ein unvorstellbar großes.
* Johanna Dohnal
12.02.2011

Verwaltungsräte in Frankreich müssen binnen sechs Jahren 40 Prozent Frauen vorweisen

Das französische Parlament ist im Januar über den eigenen Schatten gesprungen: In einem Beschluss hat die stark männerdominierte Nationalversammlung entschieden, dass Verwaltungsräte in Frankreich künftig 40 Prozent Frauen zählen müssen.

Hintergrund: Obwohl drei Viertel der Französinnen erwerbstätig sind, beschränkte sich die weibliche Präsenz in den Verwaltungs- und Aufsichtsräten im Jahr 2009 auf gerade einmal zehn Prozent. Ein halbes Dutzend der vierzig Spitzenunternehmen, die den Pariser Börsenindex CAC40 ausmachen, waren sogar reine Männerbastionen.
Die bürgerliche Abgeordnete der Regierungspartei UMP, Marie-Jo Zimmermann, wagte deshalb einen parlamentarischen Vorstoß in Richtung einer ähnlichen 40-Prozent-Regelung wie in Norwegen. Ein Jahr vor den nächsten Landeswahlen stimmten die UMP und die oppositionellen Sozialisten fast geschlossen dafür.

Die Quote wird für Unternehmen mit mehr als 500 Angestellten und einem Umsatz von mehr als 50 Millionen Euro gelten. Sie müssen drei Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes – der Zeitpunkt soll im Frühling per Erlass fixiert werden – 20 Prozent Frauen in ihre Leitungsräte aufnehmen. Sechs Jahre später müssen es 40 Prozent sein. Verstöße werden sanktioniert: Wird die Quote nicht erreicht, gelten Beschlüsse und Nominierungen der Räte als annulliert.

Zu den prominenten Französinnen, die im Zuge der Debatte in einen Verwaltungsrat berufen wurden, gehört Bernadette Chirac, die Ehefrau des früheren Präsidenten. Sie sitzt seit 2010 im Leitungsgremium des weltgrößten Luxuskonzerns LVMH.

Quelle: Steffen Brändle, www.diestandard.at

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