Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Die Verhältnisse treiben, statt sich von ihnen treiben zu lassen.
* Elise Bartels
05.08.2016

„Fünf vor zwölf“ – Altersarmut von Frauen

Zum dritten Mal ruft der Verband berufstätiger Mütter (VBM) zum “Equal Pension Day” auf. Er fällt in diesem Jahr auf den 4. August und soll auf die geschlechtsspezifische Rentenlücke hinweisen. Sie klafft bei knapp 60 Prozent.

Laut einer Studie des Bundesfamilienministeriums aus dem Jahr 2011 erhalten Frauen durchschnittlich knapp 60 Prozent weniger Rente als Männer aus selbst erworbenen Ansprüchen. „Dieser immense Rentenunterschied zwischen den Geschlechtern ist nicht nur dramatisch, sondern zeigt deutlich auf, wie wichtig es ist, gute Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie – für Frauen und Männer – in jeder Station im Lebenslauf zu bieten“, so Cornelia Spachtholz, Vorstandsvorsitzende des VBM anlässlich des Equal Pension Day.

Familie mit armutsfester Alterssicherung schwer vereinbar
Das Rentensystem spiegle nur die Erwerbsleistung wider und nicht die Lebensleistung, damit würden Frauen, die noch immer hauptverantwortlich für Familienaufgaben seien, systematisch an einer ähnlichen beruflichen Karriere wie Männer gehindert. „Aber nicht nur die rechtlichen Rahmenbedingungen rühren aus einer Zeit, die den modernen Familienformen von heute nicht mehr gerecht werden und nach wie vor die ‚Ein-Ernährer-Familie‘ manifestieren. Auch die Arbeitswelt trägt dazu bei, dass in der Regel insbesondere Mütter nicht adäquat ihrer Ausbildung und im Vergleich zu ihren Partnern existenzsichernde Einkommen mit einem Auskommen im Alter generieren können“, so Spachtholz weiter.

Effizienz statt Präsenz
Der VBM fordert daher u.a. Wege aus der „Präsenzkultur“ im Sinne von „Effizienz statt Präsenz“, Familienzeit als Karrierebaustein, Führen in Teilzeit und eine Quote für Teilzeitkräfte auf allen Führungsebenen mit aktiver Alltags-Familienverantwortung. Den Equal Pay Day am 4. August begeht der Verband berufstätiger Mütter mit einer Fachveranstaltung in Nürnberg.

Weitere Informationen:
www.vbm-online.de

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