Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Oft haben die einfachsten Mittel große Wirkungen erzeugt; sollte man sich fürchten, sie anzuwenden, weil sie einfach sind? Sollte man sich fürchten, ihre Umsetzung in Angriff zu nehmen, weil es eine Frau ist, die sie vorschlägt?
* Olympe de Gouges
11.06.2014

Geburtshilfe Hebammen mobilisieren im Netz

Die Preisspirale für die Haftpflichtversicherungen von Hebammen dreht sich weiter. Auch wenn Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) die angespannte Lage mit einem Erste-Hilfe-Paket zu entschärfen sucht, so streben die freiberuflichen Hebammen eine langfristige Lösung des Haftpflichtproblems an. Mit einer Internetplattform will der Deutsche Hebammenverband (DHV) den Druck auf die relevanten Akteurinnen nun erhöhen.

Viele Hebammen haben im Zuge der vergangenen Haftpflichtprämien-Erhöhungen ihren Beruf aufgegeben. Das macht sich inzwischen auch in der Versorgung bemerkbar: In vielen Teilen Deutschlands, insbesondere in den ländlichen Regionen, suchen schwangere Frauen vergebens nach einer Hebamme. Damit das nicht so bleibt, kämpfen diese weiter an allen Fronten – jetzt auch mit einer Internetplattform.

Am Welthebammentag, dem 5. Mai, hat der DHV die Internetplattform www.meine-Geburt-natuerlich-sicher.de gestartet. Das Portal will Hebammen, Frauen und ihren Familie eine Plattform geben, “ihre Stimme zu erheben – so eindringlich und laut, dass sie in der Politik, bei den Krankenkassen und allen weiteren Akteuren gehört werden muss”. Ziel ist es, möglichst viele UnterstützerInnen zu mobilisieren und auf diesem Weg der Öffentlichkeits- und Mitmacharbeit den Frauen und ihren Familien eine selbstbestimmte, natürliche und sichere Geburt in den Händen einer Hebamme zu ermöglichen.

Hebammen, Mütter, Väter, Großeltern, Familienangehörige und interessierte BürgerInnen sind eingeladen, sich auf der Plattform zu registrieren und mitzumachen. Schwangere können beispielsweise auf einer virtuellen Landkarte der Hebammenversorgung in Deutschland Orte eintragen, an denen sie keine Hebamme gefunden haben.

Darüber hinaus bietet die Website Druckvorlagen für Postkarten, Werbeflyer, Infobroschüren und Kurzinformationen zum Download an. Ein weiteres zentrales Element sind so genannten Mikro-Zuwendungen: Schon mit kleinen Beträgen können Unterstützerinnen und Unterstützer der Internetplattform Großflächenplakate in deutschen Großstädten und Anzeigen in überregionalen Zeitungen finanzieren.

AutorIn: Nathalie Sopacua
Erstellt am: Sonntag 01. Juni 2014

Quelle: Deutscher Frauenrat e.V.

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