Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft.
* Marie von Ebner-Eschenbach
22.09.2013

Gewaltschutz darf nicht an den Kosten scheitern: Frauenhäuser demonstrierten vor Gleichstellungs- und Frauenministerinnen und -minister, -senatorinnen und -senatoren der Länder

Dem Aufruf der Zentralen Informationsstelle der Autonomen Frauenhäuser zur Demonstration vor der 23.GFMK am 05. September 2013 vor dem Maritimhotel in Magdeburg folgten zahlreiche Bewohnerinnen und Mitarbeiterinnen der Frauenhäuser Sachsen- Anhalts, um den Forderungen, dass alle von Gewalt betroffenen Frauen sicher, schnell und unbürokratisch Zugang zum Frauenhaus haben, sowie nach einzelfallunabhängiger, verlässlicher und bedarfsgerechter Finanzierung aller Frauenhäuser Nachdruck zu verleihen.

Demo der Frauenhäuser bei der GFMK in Magdeburg am 5.9.2013

Gegen 11.00 Uhr versammelten sich ca. 60 Frauen vor dem Maritimhotel in Magdeburg. Sie kamen aus Bonn, Berlin, Hamburg und eine Vielzahl aus den Frauenhäusern Sachsen-Anhalts, sowie frauenpolitisch engagierte Frauen aus Magdeburg.

Mit Ständen, Stolpersteinen, Plakaten und einer Unterschriftensammlung zur Kampagne: “www.Schwere Wege leicht machen.de” informierten die Frauen die Passanten über ihr Anliegen.
Eine Stunde später wurde es lebendiger. Lautstark machten die Frauen mit Klanginstrumenten und dem Kanon “ Bundesweite Finanzierung jetzt sofort, jetzt sofort. Politisch gewollt, Politisch gewollt” auf sich aufmerksam.

Frau Prof. Dr. Kolb im Gespräch mit den Demonstrantinnen

Die Mittagspause nutzten Frau Prof. Dr. Angela Kolb und Manuela Schwesig (Mecklenburg-Vorpommern) um mit den Frauen ins Gespräch zu kommen. Die Mitarbeiterin der ZIF Frau Eva Risse äußerte sich zu den Forderungen der Frauenhäuser und belegte die Notwendigkeit mit Beispielen. Sie machte deutlich, dass die Frauenhäuser eine Finanzierung über das SGB ablehnen und begründete warum.
Für Frau Prof. Dr. Kolb waren die vorgetragenen Probleme nicht unbekannt. Sie teilte mit, dass Sachsen-Anhalt den Beschlussvorschlag zum Rechtsanspruch auf Betreuung und Beratung für gewaltbetroffene Frauen und deren Kinder zurückgenommen hat, da bereits im Ergebnis der Vorkonferenz im April deutlich wurde, dass dieser Beschluss nicht mehrheitsfähig ist. Sie erklärte, dass diese Thematik weiterhin auf der Agenda stehen wird und sieht eine Bedarfsanalyse für erforderlich an. Frau Prof. Dr. Kolb bot an, die Mitarbeiterinnen der ZIF und weitere Praktikerinnen zu fortführenden Gesprächen einzuladen.

Text: Ines Chlebowski, “Frauen helfen Frauen” e.V., Frauenhaus Wolfen

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