Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Haben und nicht geben ist in manchen Fällen schlimmer als stehlen.
* Marie von Ebner-Eschenbach
30.06.2014

Gleichstellung: Land Berlin startet Leitbild-Kampagne für Geschlechtergerechtigkeit

Berlin rühmt sich beim Thema Gleichstellung von Frauen und Männern gern einer Vorreiterrolle und des Zusatzes „Stadt der Frauen“. Das tat auch die Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen, Dilek Kolat (SPD), bei der Eröffnung der Kampagne „Gleichstellung weiter denken“ am 18. Juni, mit der die Landesregierung mehr Aufmerksamkeit für ihr aktuelles gleichstellungspolitisches Rahmenprogramm erzeugen will.

Teil der Kampagne ist eine Fotoausstellung, in der 25 Berliner Persönlichkeiten aus Politik, Sport, Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft ihren Vorstellungen von Geschlechtergerechtigkeit Ausdruck verleihen. Zu den Porträtierten zählt auch Hannelore Buls, Vorsitzende des Deutschen Frauenrates. Bei der Eröffnung der Fotoausstellung am 18. Juni sagte Senatorin Kolat: Gleiche Karrierechancen für Frauen und Männer, gleiche Bezahlung und ein Leben ohne Gewalt und Diskriminierung – das alles heiße für sie Gleichstellung weiter denken. Und: “Etwas anderes kann sich Berlin nicht mehr leisten.”

Spielerisch und intelligent
Vorgestellt wurden bei der Eröffnung auch die weiteren Elemente, auf der die Kampagne beruht. Es handelt sich dabei um eine Reihe interaktiver Module, die auf spielerischem Wege bei Erwachsenen aber auch Kindern Interesse für das Thema wecken wollen. Die Elemente sind intelligent und mit Liebe zum gestalterischen Detail gemacht. Sie reichen von einem Info-Container, über eine mobile Fotobox und ein Glücksrad bis hin zu einem Memo-Spiel. Letzteres wurde von der Berliner Kinderbuchillustratorin Nadia Budde geschaffen und betrachtet berühmte, aus Märchen, volkstümlichen Erzählungen und Filmen bekannte Paare (wie Maria mit dem Kind, Tarzan und Jane, Winnetou und Old Shatterhand oder Rotkäppchen und der böse Wolf) oder Gruppen (wie die heiligen drei Könige oder Schneewittchen und die sieben Zwerge) mit einem ganz neuen Genderblick.

Die Kampagne-Module können insgesamt oder auch einzeln vor Ort in Bezirken und verschiedenen Verwaltungen sowie auf öffentlichen Veranstaltungen eingesetzt werden und sind kostenlos zu leihen.

GPR definiert wichtigste Herausforderungen
Das erste Berliner Gleichstellungspolitische Rahmenprogramm (GPR) trat 2008 in Kraft. Im Frühjahr 2014 wurde das zweite GPR verabschiedet. Darin werden als die fünf wichtigsten Herausforderungen der Landespolitik auf dem Gebiet der Gleichstellung definiert: Bildung, existenzsicherende Beschäftigung, Demographie, soziale Gerechtigkeit, Integration.

AutorIn: Ulrike Helwerth
Erstellt am: Montag 23. Juni 2014

Quelle: Deutscher Frauenrat e.V.

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