Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Patriarchat ist die Heimat der Männer; es ist Vaterland; und die Männer sind seine Handlungsbevollmächtigten.
* Mary Daly
14.07.2014

Globaler Arbeitsmarkt: Entwicklungsminister Müller will Ausbeutung von Näherinnen eindämmen

Mit einer Kennzeichnung für nach sozialen und ökologischen Standards gefertigten Textilien will Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) die Näherinnen der globalen Textilindustrie unterstützen. “Wir arbeiten an einem Label, das den Verbrauchern signalisiert, dass bei diesem Produkt die Näherinnen von ihrer Arbeit leben können und die ökologischen Standards eingehalten werden”, sagte Müller der Rheinischen Post vom 7. Juli.

In den Produktionsländern, die die Kleidung für den hiesigen Markt herstellten, herrschren oft “unglaubliche Zustände”, erklärte Müller. Dort arbeiteten Frauen 16 Stunden an sechs Tagen in der Woche für einen Stundenlohn von fünf Cent, die zum Überleben der Familie nicht reichten. “Und das nur, damit wir T-Shirts kaufen können, die so billig sind, dass waschen teurer als wegwerfen ist”, kritisierte der Bundesminister. Er forderte die Textilwirtschaft auf, ihrer Verantwortung für ihre Produkte gerecht zu werden und eine transparente Zertifizierung einzuführen.

Aktionsplan für Sommer angekündigt
Vergangenen April, ein Jahr nach dem Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesh, hatte Müller zu einem “Runden Tisch Textil” mit VertreterInnen der Textilwirtschaft, der Gewerkschaften und der Zivilgesellschaft eingeladen. Das Bündnis will prüfen, ob bereits bestehende Siegel zusammengeführt werden können. Prüfverfahren und Kontrollmechanismen der Unternehmen sollen verglichen werden. Im Sommer soll ein Aktionsplan verabschiedet werden.

Beim weltweit schwersten Unglück in der Textilindustrie, dem Einsturz der Gebäude von Rana Plaza in Bangladesch am 24. April 2013, starben 1.130 Menschen. Mehr als 2.000 wurden teilweise schwer verletzt. Zu den Opfern zählen viele Frauen, die im Textilsektor in Bangladesch mehrheitlich beschäftigt sind.

Weitere Informationen:

Runder Tisch Textil auf der Website des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Andere Beiträge:

Wer bezahlt unsere Kleidung bei Lidl und KiK? – 03-02-08 00:00

AutorIn: Nathalie Sopacua
Erstellt am: Montag 07. Juli 2014

Quelle: Deutscher Frauenrat e.V.

nach oben