Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Wir wollen lieber fliegen als kriechen.
* Louise Otto-Peters
07.03.2018

"Heraus mit dem Frauenwahlrecht" - Landesfrauenrat zeigt Pionierinnen der Frauenrechtsbewegung

Foto:Sebastian Weise

Zum 08. März startet der Landesfrauenrat Sachsen-Anhalt seine Kampagne zu den Pionierinnen der Frauenrechtsbewegung. Angefangen vor 100 Jahren mit den Streiterinnen für das aktive und passive Wahlrecht für Frauen, über die vier Mütter des Grundgesetzes bis zu den Politikerinnen von heute und ihrer Forderung nach einem Paritätsgesetz für Deutschland. Gestartet wird 16:00 Uhr in Halle mit einem Demonstrationszug durch die Innenstadt.

Nach dem Demonstrationszug durch die hallesche Innenstadt begleitet ab 17:30 Uhr eine Darstellerin der Frauenrechtsaktivistin Louise Otto-Peters (1819-1895) alle Interessierten in das Stadtmuseum Halle, Große Märkerstraße 10. Hier erinnert ein Arrangement von Sitzhockern im Eingangsbereich an die Wahlen zur halleschen Stadtverordnetenversammlung am 2. März 1919, an denen Frauen nach allgemeinem, aktivem und passivem Wahlrecht erstmals auf kommunaler Ebene teilnahmen. Im Ergebnis zogen sieben Frauen neben 59 Männern in das hallesche Stadtparlament ein.  

Ausstellung Mütter des Grundgesetzes
Um 18 Uhr beginnt im Saal des Christian-Wolff-Hauses mit „WahlFreiheit - Frauen unterwegs zum allgemeinen Wahlrecht" ein kleiner historischer Streifzug im regionalen Kontext. Dieser führt von den hoffnungsvollen Visionen des revolutionären Jahres 1848 über das Verbot politischer Aktivitäten von Frauen bis hin zu Forderungen nach dem Frauenstimmrecht. In kurzen Szenen stellt der Arbeitskreis FrauenZimmerGeschichte(n) des Courage e.V. Halle regionale Aktivistinnen der Frauenbewegung wie Louise Otto-Peters, Agnes Gosche, Anna und Marie Schubring, Margarethe Bennewitz, Hedwig Kathe, Franziska Hühndorf und Hildegard Wegscheider vor.

Anschließend lädt das Stadtmuseum gemeinsam mit dem Landesfrauenrat zur Besichtigung der Wanderausstellung „Mütter des Grundgesetzes" ein, die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie der Europäischen Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft e.V. als Wanderausstellung konzipiert wurde. Im Mittelpunkt stehen die Lebensbilder von Frieda Nadig, Elisabeth Selbert, Helene Weber und Helene Wessel: „Mütter des Grundgesetzes", die sich als weibliche Mitglieder des Parlamentarischen Rates dafür eingesetzt haben, dass Artikel 3, Absatz 2 „Frauen und Männer sind gleichberechtigt" mit dieser Formulierung in das Grundgesetz aufgenommen wurde. Formuliert wurde damit im Jahre 1949 ein Programm, nicht eine Aussage über Realität, denn seiner Verankerung im Grundgesetz gingen heftige Diskussionen voraus.

Film HS Merseburg

Ebenfalls in der Ausstellung zu sehen der Film Frauen an die Macht - Standpunkte zur Frauenquote in den Parteien" von Studierenden der Studiengänge Kultur- und Medienpädagogik und Soziale Arbeit der Hochschule Merseburg. Dieser Film entstand im Rahmen der Konferenz junger politischer Frauen, welche 2017 erstmalig in Halle stattfand.

 

Eingang Stadtmuseum
Die Ausstellung ist bis zum 06. April 2018 im Stadtmuseum zu sehen. Anfragen zu Führungen oder anderen thematischen Veranstaltung in diesem Zusammenhang richtet sie bitte an die Geschäftsstelle des Landesfrauenrates. Alle Kontaktmöglichkeiten finden sie unter Kontakte.
nach oben