Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Die Erziehung, welche bis jetzt mit wenigen Ausnahmen das weibliche Geschlecht genoss, lief darauf hinaus, die Frauen unselbstständig zu erhalten und ihr eigenes Urteil von den Urteilen anderer abhängig zu machen.
* Louise Otto Peters
21.10.2015

Herbstgespräche mit dem Landesfrauenrat

Am 2. Oktober setzte der Landesfrauenrat Sachsen-Anhalt ihre Gespräche zur Umsetzung der Delegiertenbeschlüsse mit der Fraktion BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN, vertreten durch die Dr. Claudia Dalbert, fort.

Sehr konsensorientiert wurde über die Verortung der Landesbeauftragten für Gleichstellung nach der Landtagswahl 2016 diskutiert. Frau Dr. Dalbert führte aus, dass ihre Fraktion mit der Forderung nach einer unabhängigen Landesbeauftragten in den Landeswahlkampf 2016 gehen wird. Sie soll „frei, unabhängig und sachlich untersetzt sein“, so Dr. Dalbert.

Anschließend diskutierten wir über den Bedarf eines Beratungsangebots für von Gewalt mitbetroffene Kinder. BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN haben hierzu schon konkrete Ideen und verwiesen auf ihren Antrag „Mobile Teams zur Unterstützung von Kindern in Frauenschutzhäusern“, welcher dem Landtag vorgelegt wurde und nahmen unseren Hinweis, eine Beratungsstruktur an die Struktur der Interventionsstellen im Land anzudocken, auf.

Auch den Beschluss zur paritätischen Gremienbesetzung begrüßt die Fraktion und erhofft sich, dass dadurch ein Umdenken stattfindet, so dass die systemimmanenten Machtstrukturen sich dauerhaft verändern.

Am 9. Oktober wurden die Vorstandsfrauen Ruth Cohaus, Susanne Brandes und Sarah Schulze durch dem Sozialminister Norbert Bischoff empfangen. Zum Einstieg verdeutlichten wir die gute Zusammenarbeit mit dem Ministerium. So organisiert das Ministerium eine Tagung zur Situation Alleinerziehender auf Anraten des Landesfrauenrates, unterstützt uns in der inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Antidiskriminierungsgesetz und beteiligt sich inhaltlich an unserer Fachtagung zu weiblichen Flüchtlingen.

Den Schwerpunk des Gespräches bildete allerdings der Delegiertenbeschluss zur Etablierung von Hilfe und Unterstützung von Gewalt mitbetroffener Kinder und Jugendlicher. Die Geschäftsführerin des Landesfrauenrates machte deutlich wieso das Thema Kinder und Jugendliche einen Schwerpunkt in der Arbeit eines Lobbyvereins für Frauen bildet. Zum einen machen uns Fachberatungsstellen auf das Problem aufmerksam, denn diese setzen sich nicht einfach nur mit den Problemen von Frauen, sondern auch mit den Problemen von Müttern auseinander (so geben 60 % der betroffenen Frauen an, dass Kinder mit im Haushalt leben). Zum anderen erleben wir nach 25 Jahren Beratung zur häuslichen Gewalt einen Gewaltkreislauf, der wissenschaftlich schon lange nachgewiesen ist: Kinder, die Gewalt im Elternhaus miterleben, tauchen im Erwachsenenalter wieder in den Beratungseinrichtungen auf – Mädchen als Opfer und Jungen als Täter. Der Landesfrauenrat setzt sich daher mit dem Antrag für ein aufsuchendes proaktives Beratungsangebot für Kinder und Jugendliche ein. Beim Sozialminister stießen wir auf offene Ohren und bekamen ein paar Tipps wie wir nach den Landtagswahlen 2016 hierzu politisch vorgehen sollten.

Wir bedanken uns für die guten Gespräche!

09.10.2015: Gespräch mit dem Sozialminister Norbert Bischoff

09.10.2015: Gespräch mit dem Sozialminister Norbert Bischoff

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