Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Die Verhältnisse treiben, statt sich von ihnen treiben zu lassen.
* Elise Bartels
19.05.2012

IAB: Junge Mütter profitieren von betrieblichen Trainingsmaßnahmen

Betriebliche Trainingsmaßnahmen erhöhen deutlich die Beschäftigungswahrscheinlichkeit von Arbeitslosengeld-II-Empfängern, zeigt eine neue Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Junge Frauen mit Partner und Kindern profitieren dabei besonders stark.

Bei 18- bis 30-jährigen Hartz-IV-Empfängerinnen mit Partner und Kindern steigern betriebliche Trainingsmaßnahmen die Chancen auf eine reguläre Beschäftigung um mehr als 20 Prozentpunkte. Sie bieten den Teilnehmerinnen eine gute Gelegenheit, Arrangements für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Vorfeld einer regulären Beschäftigung zu treffen, so die IAB-Forscher. Keine andere Gefördertengruppe profitiert so stark von betrieblichen Trainingsmaßnahmen wie die jungen Mütter.

Schulische Trainingsmaßnahmen und Ein-Euro-Jobs haben dagegen eine wesentlich geringere Wirkung. In den schulischen Trainingsmaßnahmen fehlt der unmittelbare Kontakt zu Arbeitgebern. Bei Ein-Euro-Jobs gibt es zwar einen direkten Kontakt, aber die Übernahme in ein ungefördertes Arbeitsverhältnis ist eher selten. Die Betriebe, die Ein-Euro-Jobs anbieten, haben in der Regel nur sehr wenige Stellen zu besetzen, bei denen die Übernahme eines Ein-Euro-Jobbers in Frage kommt.

Ohne betriebliche Trainingsmaßnahmen, Kurs oder Ein Euro-Job sind nach zweieinhalb Jahren rund ein Drittel der alleinstehenden 18- bis 30-jährigen Hartz-IV-Empfänger sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Bei den Alleinstehenden sind die Beschäftigungsquoten der Männer und Frauen nahezu identisch. Wenn jedoch Partner und Kinder vorhanden sind, unterscheiden sie sich erheblich: Rund 40 Prozent der jungen Männer mit Partnerin haben nach zweieinhalb Jahren einen sozialversicherungspflichtigen Job, aber nur etwa 20 Prozent der jungen Frauen mit Partner. Bei den jungen Frauen mit Partner und Kindern sind es sogar weniger als 15 Prozent. Die IAB-Studie führt die Unterschiede auf traditionelle Rollenbilder und fehlende Kinderbetreuungsangebote zurück.

Quelle: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit (Hrsg.): IAB-Kurzbericht Nr. 6, April 2012
Der Kurzbericht steht auf der Website des IAB zum Download bereit.

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