Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Der schlimmste Fehler von Frauen ist ihr Mangel an Größenwahn.
* Irmtraud Morgner
17.03.2014

Kampf gegen Sextourismus Nicht sexy sondern sexistisch: Adidas stoppt Verkauf von WM-Shirts

Blamage für Adidas: Das Schwergewicht unter den internationalen Sportausstattern steht in der Kritik wegen sexistischer T-Shirts, die das Unternehmen für die kommende Fußball-WM in Brasilien produzieren ließ. Die Proteste kamen von höchster politischer und wirtschaftlicher Ebene des WM-Ausrichterlandes. So twitterte die brasilianische Präsidentin, ihr Land sei bereit, dem Sextourismus den Kampf anzusagen. Adidas versprach, die als sexistisch gebrandmarkten Shirts vom Markt zu nehmen.

Eines der kritisierten Shirts zeigt eine dunkelhäutige Frau in knappstem Bikini vor dem Zuckerhut, dazu den Text “Lookin' to score”, eine explizit doppeldeutige Einladung, “einen Treffer zu landen”. Das andere Motiv präsentiert einen weiblichen Po in Herzform und String-Tanga mit der Aufschrift “I love Brasil”.

Brasilien will gegen Sextourismus vorgehen …
Das brasilianische Tourismusministerium kündigte eine offizielle Beschwerde an, da Adidas “nationale Symbole” mit Zeichnungen verbinde, die “sexuell konnotiert” seien; und die brasilianische Präsidentin, Dilma Rousseff twitterte, dass ihr Land gern Urlauber willkommen heiße, gegen Sextourismus aber vorgehen werde.

… und jahrzehntealtes Image überwinden
Im Zusammenhang mit großen Sportereignissen, wie zum Beispiel Fußball-Weltmeisterschaften, kommen regelmäßig auch die Themen Sextourismus und Zwangsprostitution auf die internationale Agenda. Brasilien kämpft seit Jahrzehnten gegen das Image, ein beliebtes Ziel für Sextouristen zu sein. Die brasilianische Tourismusvereinigung Embratur ließ nun verlauten, dass das Land solche Verbrechen nicht dulde und darum bemüht sei, sich von den sexuellen Stereotypen zu distanzieren, die dem Land seit langem zu schaffen machten.

Adidas lenkt ein
Sportausstatter Adidas, einer der Hauptsponsoren der Fußballweltmeisterschaft und Lieferant der Bälle, kündigte an, die beanstandeten T-Shirts zurückzuziehen. Der Konzern betonte, dass es sich dabei um eine limitierte Auflage für den US-amerikanischen Markt gehandelt habe.

AutorIn: Ulrike Helwerth
Erstellt am: Montag 03. März 2014

Quelle: Deutscher Frauenrat e.V.

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