Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Die Werbung, die Medien, der Film, alle bieten sie den Körper der Frau als Ware an, die der Mann kaufen oder mit Gewalt nehmen kann. Mehr noch: Die ganze Welt des Konsums verführt via Sexualgewalt und Ware Frau. Man kauft nicht nur das Auto, man kauft den Frauenkörper dazu.
* Dacia Maraini
20.01.2014

Keine Gleichstellung, aber Besserstellung von Frauen in politischen Führungsämtern

(fpd) Bei der Besetzung von Führungspositionen in der neuen Bundesregierung und den Koalitionsfraktionen gelang den Frauen erwartungsgemäß zwar nicht die geforderte Gleichstellung, wohl aber eine wesentliche Besserstellung.
Dies gilt vor allem für die SPD-Frauen, die zwar eine Fraktionsvorsitzende gefordert hatten, aber mit Christine Lambrecht, bisher rechtspolitische Fraktionssprecherin, das Amt der Parl. Geschäftsführerin besetzen konnten. Auch folgte die Parteiführung ihrem Ruf nach Parität im Kabinett: von 6 SPD-Kabinettsmitgliedern sind 3 weiblich. Zu den Bundesministerinnen Hendricks, Nahles und Schwesig gesellt sich Aydan Ösoguz als Staatsministerin für Integration im Kanzleramt. Unter den 3 Parl. Staatssekretären im Wirtschafts- und Energieministerium sind 2 Frauen: Iris Gleicke, bislang Sprecherin der SPD-Landesgruppe Ost, und Ex-Justizministerin Brigitte Zypries. Parl. Staatssekretärin (PStS) im Umweltministerium wurde Rita Schwarzelühr-Sutter. Im Arbeits- und Sozialministerium sind beide PStS weiblich: die Sozialpädaggin Gabriele Lösekrug-Möller und die Arbeitsrechtlerin Anette Kramme. Im Familien- und Frauenministerium kamen zwie bekannte Frauen- und Gleichstellungspolitikerinnen als PStS zum Zuge: Elke Ferner, Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemograticher Frauen (ASF), und Caren Marks, bisher frauenpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion. Nur das SPD-geführte Justiz- und Verbraucherschutzministerium ist in seiner Spitze komplett männlich besetzt. – In den CDU-geführten Ministerien für Finanzen, Verteidigung, Inneres, Bildung und Entwicklungshilfe amtieren dagegen nur männliche PStS. Dafür gibt es mit Annette Widmann-Mauz, vorm. Sprecherin der Gruppe der Frauen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, und (der bislang für Frauenpolitik zuständigen stv. Fraktionsvorsitzenden) Ingrid Fischbach im Gesundheitsministerium nur weibliche PStS. Im Landwirtschaftsministerium ist eine von zwei PStS weiblich, nämlich Maria Flachsbarth, bekannt als Präsidentin des Katholischen Deutschen Frauenbundes. Das Verkehrsministerium beschäftigt 3 PStS, darunter 2 Frauen, Katharina Reiche (bisher PStS im Umweltministerium) und Dorothee Bär (bisher frauenpolitische Sprecherin der Unionsfraktion). Maria Böhmer, Bundesvorsitzende der CDU-Frauen Union, wechselte als Staatsministerin für auswärtige Kulturpolitik ins SPD-geführte Auswärtige Amt, und Monika Grütters (bisher Kultur-Ausschussvorsitzende) wurde Staatsministerin für Kultur und Medien im Kanzleramt.

Quelle: frauenpolitischer dienst, Zweite Januar-Ausgabe – 14 -01 – 14 – Folge 606

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