Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Patriarchat ist die Heimat der Männer; es ist Vaterland; und die Männer sind seine Handlungsbevollmächtigten.
* Mary Daly
17.07.2011

Landesfrauenrat im Gespräch II

Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt und der Neubesetzung der politischen Ämter startete der Landesfrauenrat die Kontaktaufnahme, um Glückwünsche zur Berufung zu überbringen, den Beschluss der Delegiertenversammlung des Verbandes “So weiter? Aber bitte nicht in der Frauenpolitik!” vom 26.03.2011 entsprechend zu vertreten und die Arbeit des Verbandes vorzustellen.

Hierzu starteten wir bereits im Mai mit Verkehrsminister Thomas Webel, gefolgt vom Landtagspräsidenten Detlef Gürth und den gleichstellungspolitischen SprecherInnen der SPD- und CDU-Fraktionen hin zur Ministerin für Wirtschaft und Wissenschaft Prof. Dr. Birgitta Wolff (s. Landesfrauenrat im Gespräch I).

Am 14. Juli 2011 konnten Gespräche mit dem Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) und der Fraktionsvorsitzenden Prof. Dr. Claudia Dalbert (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) geführt werden.

(von links nach rechts)
Manuela
Knabe-Ostheeren, Eva von Angern,
Holger Stahlknecht, Ruth Cohaus,
Ursula Böttge

Holger Stahlknecht berichtete dem Vorstand des Landesfrauenrates über die Entwicklung zur Umsetzung der im Koalitionsvertrag festgelegten Frauenquote im Landesdienst in seinem Ressort. Seit seiner Benennung konnte der Anteil von Frauen in Führungspositionen um 15 Prozentpunkte auf über 35 Prozent gesteigert werden. Weitere Besetzungen von Leitungstätigkeiten mit Frauen sind vorgesehen.

Darüber hinaus diskutierten wir über:

  • unsere bisherige Zusammenarbeit durch die Beteiligung des Landesfrauenrates im Vorstand des Landespräventionsrates,
  • den Bedarf an der Existenz der Landesarbeitsgemeinschaft “Gewalt in engen sozialen Beziehungen”, um die Diskussionen zu den Themen häusliche Gewalt und Stalking zwischen den unterschiedlichen Ministerien und den Nicht-Regierungs-Organisationen voranzutreiben,
  • die Umsetzung des Erlasses zur häuslichen Gewalt und Stalking und deren Evaluierung und
  • die Vorteile und Bedarfe einer gegenderten polizeilichen Kriminalstatistik (PKS), deren Umsetzung der Innenminister am selbigen Tag veranlasste.

Prof. Dr. Claudia Dalbert, Editha Beier
Eva von Angern

Bei der Fraktionsvorsitzenden Prof. Dr. Claudia Dalbert rissen wir den o.g. Beschluss an, aber fokussierten uns sehr schnell auf zwei Themen, deren Inhalte wir zukünftig in Sachsen-Anhalt mehr berücksichtigen und diskutieren sollten.

  1. Die aktuelle Studie des DJI “Sexuelle Gewalt gegen Mädchen und Jungen in Institutionen” und deren Auswirkungen auf die praktische Arbeit der Beratungsstellen vor Ort.
  2. Die bisher vernachlässigte Berücksichtigung der Förderung von Frauen, die sich in prekären Beschäftigungsverhältnissen befinden.

Unser Fazit lautet: Wir stießen in den Gesprächen auf viel Vorbereitung, Interesse und Offenheit, wichtige Verabredungen konnten getroffen werden und wir erwarten eine fruchtbare Zusammenarbeit.

Wir bedanken uns bei den GesprächspartnerInnen für die Gespräche und würden uns über ihre Fördermitgliedschaft im Landesfrauenrat Sachsen-Anhalt e.V. sehr freuen.

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