Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Die Werbung, die Medien, der Film, alle bieten sie den Körper der Frau als Ware an, die der Mann kaufen oder mit Gewalt nehmen kann. Mehr noch: Die ganze Welt des Konsums verführt via Sexualgewalt und Ware Frau. Man kauft nicht nur das Auto, man kauft den Frauenkörper dazu.
* Dacia Maraini
13.10.2012

Landesfrauenrat im Gespräch mit der Ministerin und dem Staatssekretär für Justiz und Gleichstellung

Am Montag, den 8.10.2012 trafen sich der Vorstand und mehr als 16 Mitgliedsverbände des Landesfrauenrates Sachsen-Anhalt e.V. mit der Ministerin für Justiz und Gleichstellung, Prof. Dr. Angela Kolb, und dem Staatssekretär, Thomas Wünsch, zu einem gemeinsamen Gespräch. Schwerpunkte in diesem Gespräch waren die Neustrukturierung des Fachreferates und die damit verbundene Aufgabenübernahme aus dem ehemaligen Arbeitsfeld der Landesgleichstellungsbeauftragten. Des Weiteren wurde der aktuelle Stand zum Landesprogramm für ein geschlechtergerechtes Sachsen-Anhalt besprochen.

Frau Prof. Dr. Kolb erläuterte zu Beginn des Gesprächs die neue Struktur im Bereich Gleichstellung im Ministerium – Koordinierungsbüro Gender Mainstreaming und Fachreferat Frauen. Sie hob hervor, dass im letzten Jahr gleichstellungspolitische Themen besser platziert werden konnten und somit auch stärker im öffentlichen Raum präsent waren. Ihre Aufgabe, so Kolb, ist die politisch-strategische Positionierung von Genderthemen auf Landesebene.
Die Mitgliedsverbände bedauerten die Abschaffung der Position der Landesgleichstellungsbeauftragten und kritisierten den Informationsfluss zum Prozess. Grundsätzlich betonten jedoch alle die gute Zusammenarbeit.

Weitere Themen in der Diskussion waren die Stärkung der Position der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten, die Kommunikation miteinander und das definieren gemeinsamer gleichstellungspolitischer Ziele für Sachsen-Anhalt.

Im zweiten Teil des Gesprächs stellte Herr Wünsch zunächst den aktuellen Stand zur Erstellung des Landesprogramms vor. Der Entwurf für den Zwischenbericht für den Landtag liegt vor und, so Wünsch, wird jetzt inhaltlich konkretisiert. Er betonte die bewusste Entscheidung für ein dialogorientiertes Verfahren. Die zum Teil sehr unterschiedlichen Arbeitsstände in den Arbeitsgruppen lassen sich laut Wünsch, zum einem auf die unterschiedliche Qualität des Ausgangsmaterials (Statistiken, Studien etc.) und zum anderen auf die differente Themendichte in den Arbeitsgruppen zurückführen. Nun geht es darum, eine Zielorientierung vorzugeben. Im weiteren Arbeitsprozess wird nun die Personalstelle zur Koordination des Landesprogramms besetzt.
Die Mitgliedsverbände berichteten über ihre Erfahrungen in den Arbeitsgruppen und forderten eine verbindlichere Einbeziehung aller Ministerien und erneuerten die Kritik am statistischen Datenmaterial, welches z.T. nicht geschlechtsspezifisch erfasst ist. Hinzu wünschten sie sich in die nachfolgenden Prozesse und Abläufe im Zusammenhang mit dem Zwischenbericht einbezogen zu werden.
Frau Ministerin Prof. Dr. Kolb und Herr Staatssekretär Wünsch sicherten zu, alle Schritte auch weiterhin in die Arbeitsgruppen zu kommunizieren und bedankten sich für das große Engagement der Beteiligten.

8.10.2012: LFR im Gespräch mit der Ministerin für Justiz und Gleichstellung

8.10.2012: LFR im Gespräch mit der Ministerin für Justiz und Gleichstellung

Ansprechpartnerin: Daniela Suchantke

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