Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Oft haben die einfachsten Mittel große Wirkungen erzeugt; sollte man sich fürchten, sie anzuwenden, weil sie einfach sind? Sollte man sich fürchten, ihre Umsetzung in Angriff zu nehmen, weil es eine Frau ist, die sie vorschlägt?
* Olympe de Gouges
27.02.2017

Landesfrauenrat im Gespräch mit Ministerin Grimm-Benne

Am Montag, den 20.02.2017, trafen sich Vertreterinnen des Landesfrauenrates mit der Ministerin für Arbeit, Soziales und Integration, Frau Grimm-Benne, zu einem gemeinsamen Austausch zu den aktuellen frauenpolitischen Forderungen. Auf der gemeinsamen Agenda standen Schutz und Hilfe für Frauen und Mädchen mit Behinderung, die Gewalt erfahren haben und Schutz und Integration für geflüchtete Frauen und Mädchen.

Einig waren sich alle Gesprächsbeteiligten, dass die Tabuisierung bei Gewalt gegen Frauen und Mädchen mit Behinderung aufgebrochen werden muss. Der Landesfrauenrat fordert eine Landesstelle zur Koordinierung der Beratung und Unterstützung dieser Frauen. Chancen wie jetzt mit dem Bundesteilhabegesetz und der flächendeckenden Umsetzung in den Bundesländern, die nun endlich Ansprechpartnerinnen für Frauen in Einrichtungen und Werkstätten verbindlich festschreiben, müssen dazu führen, dass es einen besseren Gewaltschutz für die Betroffenen gibt. Der Landesfrauenrat bot an, diesen Prozess zu begleiten und auf einer gemeinsamen Fachtagung alle Beteiligten zu sensibilisieren.

Geflüchtete Frauen, deren Unterbringung und Integration sind ebenfalls ein Thema, welches der Sozialministerin sehr wichtig ist. Der Landesfrauenrat bedauert es sehr, dass keine Koordinierung zu dieser Thematik auf Landesebene gibt. Aufgrund der überlagernden Zuständigkeiten mehrerer Ministerien ist es ein aufwendiges Unterfangen, gemeinsame Konzepte für die sicherere Unterbringen, Schutz und Beratung bei häuslicher Gewalt, Hilfe bei Traumatisierung, gesundheitliche Versorgung, Kinderbetreuung bei Sprach- und Integrationskursen etc. voran zu bringen. Frau Grimm-Benne wird in ihrem Haus den Integrationsansatz verstetigen und steht einem gemeinsamen weiteren Austausch mit dem Landesfrauenrat offen gegenüber.

Im Verlauf des Gespräches brachte der Landesfrauenrat ebenfalls die Einrichtung einer Beratungsstelle für jüdische Frauen und Mädchen als auch die Forderungen zur Novellierung des Frauenfördergesetzes ein.

Wir danken Frau Grimm-Benne und Frau Arenz (Hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte) für das offene und konstruktive Gespräch.

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