Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Ich bin dankbar, daß Furcht nicht in die Konstruktion meiner Persönlichkeit einbezogen wurde, sie muß sehr unbequem sein..."
* Helene Lange
16.04.2018

Landesfrauenrat setzt zukünftige Themenschwerpunkte

Delegiertenversammlung LFR 07.04.2018
Magdeburg. Am 07. April lud der Landesfrauenrat Sachsen-Anhalt e.V. zu seiner jährlichen Delegiertenversammlung in das Familienhaus in Magdeburg ein. Mehr als 20 Delegierten aus den Mitgliedsverbänden und viele weitere Gäste folgten der Einladung. Zu Beginn stand traditionell die öffentliche Fachtagung, die in diesem Jahr unter der großen Überschrift "digitaler Wandel" stand.
Lena-Sofie Müller, Initiative D21
Den Impuls zur Fachtagung hielt Lena-Sofie Müller, Geschäftsführerin der Initiative D21.
Die Initiative D21 e.V. begleitet die Digitalisierung in Deutschland und untersucht die Auswirkungen. Frau Müller stellte in ihrem Impuls Digitale Gesellschaft - Digitalisierung in Deutschland die
Wege der Digitalisierung (in Wellen) dar. Zur Zeit befinden wir uns in der dritte Welle der Digitalisierung, die gekennzeichnet davon ist, dass Kommunikation ins Unsichtbare rückt (Geräte kommunizieren), Automatisierung nimmt zu („Internet der Dinge").
Aber auch Chancen und Risiken der Digitalisierung bzw. „Chancen oder Apokalypse?" wurden in ihrem Impuls thematisiert. Frau Müller ging auch der Frage nach: Wer ist die Digitale Gesellschaft? Kernpunkt ihrer Aussagen ist die aktuelle Studie „Digitalisierung in Deutschland" (2017).

In der anschließenden aehr rege geführten Diskussion ging es Fragen wie:

  • digitale Agenda für Frauen?, Rahmenbedingungen müssen verändert werden,
  • starke Netzwerke,
  • Sichtbarkeit/ Präsenzkultur vs. Entwicklung einer Ergebnisorientierung im Job/ Beruf und
  • Medienkompetenz: vor allem auch in Schule, Lernziele bleiben - Medien verändern sich, Umgang mit den Quellen/ Reflexion.
Großer Andrang zur Ernennung der Botschafterinnen 2018/2019

Danksagung und Ernennung der Botschafterinnen für Gleichstellung
Eva von Angern (Vorsitzende) bedankt sich bei den 25 Botschafterinnen für Gleichstellung, die der Landesfrauenrat anlässlich seines 25jährigen Jubiläums ernannt hatte. Gleichzeitig stellt sie die Postkarten- und Plakatserie der 10 ausgewählten Botschaften vor.

Im Anschluss ernannte sie die Botschafterinnen für Gleichstellung für das Jahr 2018/19. Diese wurden analog des Jahresthemas des Landesfrauenrates „100 Jahre Frauenwahlrecht" ausgewählt. Es erfolgt die feierliche Übergabe der Ernennungsurkunden und Tassen an die anwesenden Botschafterinnen (der Landesfrauenrat berichtete).

Übergabe Paralellbericht

Grußwort Landesbeauftragte für Frauen- und Gleichstellungspolitik, Dr. Andrea Blumtritt
Frau Dr. Blumtritt stellte zunächst das aktuelle Aufgabenspektrum der Leitstelle und die momentanen Herausforderungen vor:

 

  • große Anfrage die LINKE (177 Fragen zur Situation von Frauen und Mädchen in Sachsen-Anhalt),
  • Prostituiertenschutzgesetz,
  • Novellierung Frauenfördergesetz,
  • Istanbul-Konvention,
  • Vorbereitung GFMK,
  • Landesprogramm geschlechtergerechtes Sachsen-Anhalt.

Frau Dr. Blumtritt führte aus, dass der Gestaltungsspielraum für neue Ideen aufgrund des bestehenden Aufgabenkataloges und der Koalitionsvereinbarung sehr eng ist. Damit fällt eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Digitalisierung leider runter. Frau Dr. Blumtritt ist entsandt in den Beirat für Digitalisierung (derzeit nur 2 Frauen von 14 Mitgliedern), welcher vom Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung einberufen wurde. Jedes Ministerium wurde aufgefordert zwei Expert*innen zu benennen. Das Ministerium für Justiz und Gleichstellung wird 2 Expertinnen nachbenennen.Wichtig in der gesamten Diskussion ist die Frage: Wer wird die Fragen zur Digitalisierung beantworten? Bisher sind das überwiegend Männer (17 Prozent Frauen arbeiten im IKT-Bereich).

Heike Ponitka (Frauenpolitischer Runder Tisch Magdeburg) übergibt im Anschluss den „Parallelbericht mit dem Fokus auf Gewalt gegen Frauen und Mädchen mit Behinderung zur Beantwortung zu Ziffer 36 der Abschließenden Bemerkungen des Vertragsausschusses aus Sicht der Länder" bezugnehmend auf die Umsetzung des Abkommens über die Rechte von Menschen mit Behinderung unter Art. 6 und Art. 16 in Deutschland - Bundesland Sachsen-Anhalt an Frau Dr. Blumtritt.

Schlusswort der Vorsitzenden Eva von Angern

Themenschwerpunkte 2018/2019 - Umsetzung Istanbul Konvention und Digitalisierung
Im Hauptteil der Delegiertenversammlung stellte der Vorstand den Jahresbericht und den Bericht der Schatzmeisterin vor. Die Delegiertenversammlung entlastete den Vorstand für das Jahr 2017.

Nachfolgend fand die Beratung zu den eingebrachten Anträgen der Delegierten statt. Alle Anträge beschäftigten sich mit den beiden Themenfeldern:

  • Umsetzung Istanbul Konvention
  • Digitalisierun/ Arbeiten 4.0 und die Geschlechterperspektive.


Diese Themensetzung bestimmt nun - neben der Verfolgung der offenen Anträge aus den vorangegangenen Jahre - die Arbeit des Vorstandes und der Geschäftsstelle des Landesfrauenrates in den nächsten Monaten.

Afra Waterkamp (links) und Katja Kaiser (rechts).

Am Rande der Delegiertenversammlung bedankte sich die Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft der Frauenhäuser, Katja Kaiser, für die großzügigen Spenden an verschiedene Frauenhäuser und -projekte bei Afra Waterkamp. Diese Spenden ermöglichen es Frauen Starthilfen für ein Leben nach der häuslichen Gewalt zu geben, direkt und unbürokratisch.

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