Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Der schlimmste Fehler von Frauen ist ihr Mangel an Größenwahn.
* Irmtraud Morgner
18.12.2013

Migrantinnenselbstorganisationen: Bundesweiter Dachverband in Aussicht

In den kommenden drei Jahren soll ein bundesweiter Dachverband von Migrantinnenselbstorganisationen entstehen. Mit der Gründung dieser bundesweiten Vernetzung könnten Migrantinnen ihre Interessen künftig wirkungsvoll auf Bundesebene vertreten. Um den Aufbau einer Dachorganisation zu unterstützen, fördert der Bund ein Projekt unter Federführung von agisra, der Informations- und Beratungsstelle für Migrantinnen und Flüchtlingsfrauen in Köln.

Mit dem Aufbau zur Gründung eines Dachverbandes solle einerseits die rechtliche, politische und gesellschaftliche Gleichstellung von Migrantinnen befördert werden, teilt agisra mit. Gleichzeitig werde eine Interessenvertretung und Stellvertretung der Migrantinnen in Politik, Öffentlichkeit und Medien geschaffen. Die Dachorganisation soll auch Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit auf Bundesebene betreiben, dabei soll die Vernetzung und Qualifizierung der beteiligten Migrantinnenorganisationen unterstützt werden.

Weitere Organisationen gewinnen
Im Team des Kölner Vereins arbeiten Frauen, die überwiegend selbst einen Migrationshintergrund haben und im pädagogischen oder sozialpädagogischen Bereich ausgebildet sind. Im Rahmen des Aufbauprojekts will Agisra mit schon bestehenden Migrantinnenorganisationen kooperieren, in denen sich in Deutschland lebende Frauen mit Migrationshintergrund aus verschiedenen Teilen der Welt zusammengeschlossen haben. Weitere Organisationen sollen kontinuierlich dazugewonnen werden, heißt es. Agisra steht für “arbeitsgemeinschaft gegen internationale sexuelle und rassistische ausbeutung”.

Votum beim zweiten Migrantinnenkongress
Der Aufbau einer Dachorganisation geht auf ein einhelliges Votum beim zweiten bundesweiten Migrantinnenkongress im März 2013 in Frankfurt am Main zurück. Das Bundesfrauenministerium hatte den Kongress veranstaltet. Hauptpartner der Tagung waren der Deutsche Frauenrat, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und die Bundesagentur für Arbeit.

Bundesweite Vernetzung
Die anwesenden Migrantinnen aus dem ganzen Bundesgebiet hatten sich einhellig für die Gründung einer bundesweiten Vernetzung ihrer Organisationen ausgesprochen, um ihre Interessen wirkungsvoll auf Bundesebene vertreten zu können. Das auf drei Jahre angelegte Aufbauprojekt wird nun vom Bundesfamilienministerium und vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gefördert.

AutorIn: Diana Engel
Erstellt am: Montag 16. Dezember 2013

Quelle: Newsletter Deutscher Frauenrat e.V.

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