Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Die Frau gehört nicht mehr ins Haus, sie gehört in dieses Haus: den Reichstag.
* Minna Cauer
15.01.2014

Mindestlohn: Entgeltgleichheit verbietet Ausnahmen

Ein verbindlicher und flächendeckender Mindestlohn, wie er im Koalitionsvertrag vorgesehen ist, kann die Entgeltdiskriminierung von Frauen ein gutes Stück abbauen. Doch die Ausnahmemöglichkeiten, die derzeit diskutiert werden, stehen diesem Ziel entgegen, warnt der Deutsche Frauenrat in einem Schreiben an Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD).

Bezahlung nach sozialem Status nicht hinnehmbar
Insbesondere Vorschläge, die eine Ausnahme vom Mindestlohn damit begründeten, dass eine anderweitige Absicherung vorhanden sei, seien nicht akzeptabel, heißt es in einem Schreiben der Vorsitzenden des Deutschen Frauenrates, Hannelore Buls, an Nahles. “Gerade Frauen werden oft nach ihrem sozialen Status bezahlt, also als Studentin, Ehefrau, als ALG-II-Empfängerin oder als Rentnerin. Gerade das muss der Mindestlohn aber ändern”, so Buls. Eine Neuregelung für den Niedriglohnsektor, die beim Lohn dort weitermache, wo bislang Frauen überdurchschnittlich benachteiligt wurden, sei aus gleichstellungspolitischer Sicht nicht hinnehmbar.

Entgeltgleichheit hat auch bei Mindestlohn Vorrang
“Der Deutsche Frauenrat fordert Entgeltgleichheit für gleiche und gleichwertige Arbeit auch für den Mindestlohn als Neuregelung des Niedriglohnsektors. Wir bitten Sie, im Sinne von Millionen betroffener Frauen, der Entgeltgleichheit auch beim Mindestlohn Vorrang einzuräumen”, so Buls an die Adresse der neuen Bundesarbeitsministerin.

AutorIn: Ulrike Helwerth
Erstellt am: Montag 13. Januar 2014

Quelle: Newsletter Deutscher Frauenrat e.V.

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