Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Wenn eine Frau zur Realität durchdringt, lernt sie ihren Zorn kennen, und das heißt, sie ist bereit zu handeln.
* Marly Daly
30.06.2013

Ministerium fragt: Was bedeutet Gleichstellung für Dich?

“Was bedeutet Gleichstellung für Dich?” fragt ein Wettbewerb Bürgerinnen und Bürger Sachsen-Anhalts. Der Wettbewerb sowie eine prominent besetzte Fachtagung zum Thema “Karrierewege und Rollenbilder im Wandel” sind Kernstücke einer Kampagne, mit der das Ministerium für Justiz und Gleichstellung das Thema Gleichstellung in Sachsen-Anhalt in den Fokus rückt. Unter dem Slogan “Chancen.Gleich.Gestalten. – Gleichstellung in Sachsen-Anhalt” soll informiert und zum Mitmachen aufgefordert werden. Gleichstellungsministerin Professor Angela Kolb: “Außerdem wollen wir zu einer noch besseren Vernetzung der regionalen Akteurinnen und Akteure beitragen.”

Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen soll das Thema “Gleichstellung von Frauen und Männern” stärker ins Bewusstsein aller Bürgerinnen und Bürger gerückt werden. Gezeigt wird dabei auch, was Sachsen-Anhalt gleichstellungspolitisch bewegt. Anlass für die EU-finanzierte Kampagne ist, dass Sachsen-Anhalt in diesem Jahr den Vorsitz der Konferenz der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen und -minister aller Bundesländer (GFMK) hat.

“Mach mit und sende uns deine Ideen und Gedanken als Text, Bild oder Video”, werben die Initiatoren des Wettbewerbs (www.gleichstellung-sachsen-anhalt.de). Die zehn interessantesten Beiträge gewinnen attraktive Preise. Der Sieger oder die Siegerin kann sich über ein iPad freuen. Kolb: “Wir wollen Erfolgsgeschichten erzählen, die dank EU-Förderung gelungen sind, auf Projekte hinweisen. Aber wir wollen auch zeigen, wie viel noch immer im Argen liegt. Gleichstellung ist kein Alltag. Geld und Macht sind zwischen Männern und Frauen ungleich verteilt.”

Die Sieger des Wettbewerbs werden am 13. November im Rahmen der Tagung “Karrierewege und Rollenbilder” in Magdeburg ausgezeichnet. Expertinnen und Experten werden dann in der Staatskanzlei diskutieren und im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit namhaften Medienvertretern aus Sachsen-Anhalt und Berlin auch das Thema Frauenkarrieren in den Medien in den Blick nehmen.

Begleitet wird die Kampagne durch Plakate und tausende Postkarten. “Hingucker, die zum Schmunzeln einladen und zum Nachdenken”, nennt Gleichstellungsministerin Professor Angela Kolb die Motive. Eine Windel und der Spruch “Männer könnten mehr entwickeln zum Beispiel Babypopos in Kitas und zu Hause”. Eine abgeschnittene Krawatte und die Aufforderung “Frauen sollten gleich abschneiden. Besonders in Chefetagen” Denn immer noch verdienen Frauen weit weniger als Männer und sitzen viel seltener auf Chefposten.

Kolb: “Gleichstellungspolitik ist das Feld, in dem verhandelt wird, wie Geschlechtergerechtigkeit erreicht werden kann.” Die EU-Mitgliedsstaaten hätten sich mit Gender Mainstreaming auf eine gemeinsame gleichstellungspolitische Strategie geeinigt. Überall, wo politische Entscheidungen fallen, seien Frauen und Männer betroffen, deren spezifische Belange angemessen zu berücksichtigen sind. “Das lohnt sich – auch für Sachsen-Anhalt. “Gegenderte” Vorhaben sind zielgenauer. In Zeiten knapper öffentlicher Mittel trägt Gender Mainstreaming zur Effizienz und Qualitätssicherung bei”, so die Ministerin.

Die aus EU-Mitteln finanzierte Kampagne trage dazu bei, das Thema ins Bewusstsein zu rücken – bei Bürgerinnen und Bürgern, insbesondere aber auch bei Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie Trägern von EU-Fördermaßnahmen. Denn Gleichstellung sei Querschnittsziel unter anderem des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und Europäischen Sozialfonds (ESF). Maßnahmen müssten daher immer auch die Gleichstellung von Frauen und Männern berücksichtigen. Kolb: “Hier setzen wir an und schauen, wie das in Sachsen-Anhalt ganz konkret umgesetzt wird.”

Die Ministerin sagte, Anliegen sei, “den gleichstellungspolitischen Diskurs zu verstetigen und nachhaltig auszurichten”. Deshalb werde die Hochschule Magdeburg-Stendal als Kooperationspartnerin im Rahmen einer Wirkungsanalyse die Bestandteile der Kampagne auf den Prüfstand stellen. Ziel sei es, über die wissenschaftliche Begleitung Best Practice-Beispiele für eine erfolgreiche öffentliche Kommunikation zu entwickeln.

Quelle: Ministerium für Justiz und Gleichstellung Sachsen-Anhalt

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