Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Wir sind Frauenstarkmacherinnen! Und das bedingt, dass man Wahrheiten laut und provokativ sagt.
* Monika Hauser
27.04.2017

Netzwerk gegen Kinderarmut in Sachsen-Anhalt gegründet

Gemeinsam mit unseren Botschafterinnen für Gleichstellung Susanne Wiedemeyer (links) und Annette Kanneberg-Bode (rechts) zur Gründung des Netzwerkes gegen Kinderarmut.

In Sachsen-Anhalt ist fast jedes dritte Kind von Armut gefährdet. Im vergangenen Jahr lebten 72 495 Kinder unter 18 Jahren von staatlicher Grundsicherung. Die Armutsfolgen für Kinder sind extrem: Sie sind überdurchschnittlich oft von gesundheitlichen Risiken betroffen, leiden unter mangelnder sozialer Teilhabe, haben häufig einen schlechteren Zugang zu Bildung, der Übergang in das Erwerbsleben gestaltet sich oft schwierig. Für die wirksame Bekämpfung der Kinderarmut und der Armutsfolgen sind ein breiter gesellschaftlicher Diskurs und Konsens notwendig.

Deshalb fand am 19. April 2017 das Gründungstreffen des Netzwerks gegen Kinderarmut Sachsen-Anhalt statt.

Als Gründungsmitglieder waren zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der Sozialverbände und Engagierte aus der Kinder- und Jugendarbeit anwesend. Auch der Landesfrauenrat Sachsen-Anhalt ist Mitbegründer des Netzwerkes und verweist vor allem auf die Problematik der Frauenarmut und in Bezug auf Sachsen-Anhalt auf die hohe Armutsgefährdungsquote von Kindern Alleinerziehender.

Das Netzwerk wird künftig tragfähige Konzepte und Handlungsstrategien zur Armutsprävention und -bekämpfung entwickeln und sich an den tatsächlichen Lebenslagen der Kinder orientieren. Dies wird in einem engen Dialog mit Expertinnen und Experten, Eltern sowie Menschen, die im Ehrenamt oder beruflich mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, geschehen.

Annett Kannenberg-Bode, Geschäftsführerin von ver.di kommentiert: »Von Armut betroffene Eltern haben von Armut betroffene Kinder. Sich für gute Löhne und Arbeitsbedingungen einzusetzen, daran arbeiten meine Kolleginnen und ich tagtäglich. Doch die immer noch oft fehlende Tarifbindung, prekäre Beschäftigungsverhältnisse, Dauerbefristungen in vielen Bereichen oder schlicht keine Teilhabe am Arbeitsmarkt, stellen Familien und Alleinerziehende vor große Herausforderungen. In einer reichen Gesellschaft wie in unserer, ist es nicht gelungen, den Anteil durch von Armut gefährdeter Kinder maßgeblich zu senken. Dem entgegenzuwirken sollte uns nicht nur, sondern muss uns beschäftigen. Das heute gegründete Netzwerk ist ein wichtiger Schritt um konkrete Handlungsansätze zu verfolgen. Ziel muss es sein, der Kinderarmut nachhaltig entgegen zu wirken.«

Das nächste Treffen findet am 23. Juni 2017 statt.

Hier gibt es weitere Informationen zum Gründungstreffen und Fotos des Landesnetzwerks und Infos zum Bundesnetzwerk gegen Kinderarmut.

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