Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Wir sind Frauenstarkmacherinnen! Und das bedingt, dass man Wahrheiten laut und provokativ sagt.
* Monika Hauser
17.11.2010

Opferschutzbericht geht in die richtige Richtung, aber berücksichtigt nicht alle Facetten des Opferschutzes im Land

Am 12. November 2010 legt das Ministerium der Justiz den ersten Opferschutzbericht für Sachsen-Anhalt vor. Nach Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Schleswig-Holstein ist Sachsen-Anhalt das vierte Bundesland, das eine Bilanz für seine Arbeit im Bereich Opferschutz vorlegt und daraus Schlussfolgerungen für die weitere Arbeit zieht.

Er ist eine Bestandaufnahme der bisherigen und aktuellen Aktivitäten des Justizministeriums. Laut der Justizministerin Prof. Dr. Kolb haben “Justiz und Rechtspolitik in Sachsen-Anhalt [] verinnerlicht, dass den Opfern von Straftaten unser Mitgefühl, unsere Hilfe und unser Schutz gehören müssen. Der Bericht zeigt, dass in den vergangenen Jahren in Sachsen-Anhalt viel für den Opferschutz getan wurde. Wir können heute eine gute Infrastruktur vorweisen und verfügen über ein tragfähiges Netzwerk mit vielen kompetenten Partnern”.

Der Bericht macht deutlich: Opferschutz hat viele Facetten:

  • Behutsamer Umgang mit Opfern bei der Aufklärung von Straftaten
  • alternative Konfliktlösungsmöglichkeiten
  • Beratung und Betreuung von Opfern
  • Prävention

Und diese gilt es auch in einem landesweiten Opferschutzbericht zu berücksichtigen. Aktuell werden viele Bereiche des Opferschutzes nicht über das Justizministerium fachlich betreut und finanziert und finden sich somit auch nicht im Opferschutzbericht wieder. So befinden sich 20 Frauenhäuser, vier Interventionsstellen, vier Beratungsstellen für Opfer sexueller Gewalt, eine Beratungsstelle gegen Zwangsprostitution und Menschenhandel und eine Täterberatungsstelle in der fachlichen Betreuung des Sozialministeriums. Im Opferschutzbericht des Justizministeriums finden aktuell nur die Interventionsstellen sowie die Beratungsstelle gegen Zwangsprostitution und Menschenhandel Berücksichtigung.

Der Opferschutzbericht geht in die richtige Richtung, aber beschreibt derzeit nicht den gesamten Bereich des Opferschutzes. Zukünftig sollte er ressortübergreifend erstellt werden und praktische Hinweise zur Vernetzung zwischen den Ministerien und freien Trägern geben.

Ansprechpartnerin: Manuela Knabe-Ostheeren

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