Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Wir werden nicht aus männlicher Mentalität oder Denkweise heraus handeln wollen, sondern uns bemühen, den Instinkt und das Gefühl der Frau mit der Klugheit eines geschulten Geistes zu verbinden, das heißt, wir möchten ein kluges Herz haben.
* Theanolte Bähnisch
09.09.2013

Pinkstinks kämpft weiter um Verbot von sexistischer Werbung

Schlechte Karten für ein Gesetz gegen Sexismus in der Außenwerbung. Das hat der Deutsche Werberat bei der Entgegenahme einer Petition der feministischen Initiative Pinkstinks am 2. September in Berlin klar gemacht. Auch die Gesetzgebenden wollen davon nichts wissen. Doch davon lassen sich die InitiatorInnen der Anti-Sexismus-Kampagne nicht beeindrucken

Die Geschäftsführerin des Deutschen Werberates Julia Busse hat am 2. September in Berlin eine Petition der feministischen Initiative Öffnet externen Link in neuem FensterPinkstinks gegen sexuelle Verfügbarkeit in der Außenwerbung entgegengenommen. Sie versicherte, der Deutsche Werberat, ein freiwilliges Kontrollgremium der Werbewirtschaft, werde die 16.000 Petitionsstimmen ernst nehmen. Gleichzeitig machte sie deutlich, dass es keine Veranlassung für ein Gesetz gebe. Der Deutsche Frauenrat hatte die Petition mit unterstützt.

Deutscher Werberat: Balance-Gebot vor Kinder- und Jugendschutz
Zwar betonte Busse in einer anschließenden Diskussion, dass dem Deutschen Werberat der intensive Dialog darüber, was für die Gesellschaft sexistische Werbung sei und was nicht, “überaus wichtig” sei. Dabei hätten der Kinder- und Jugendschutz einen ganz besonders hohen Stellenwert, doch würde es der Verpflichtung zu einer “ausgewogenen Abwägung zuwider laufen”, jede Werbung nur aus Kindersicht zu beurteilen. Es gelte ein “Balance-Gebot”, bei dem der Werberat unterschiedliche Interessen abwägen müsste. Auch die im Bundestag vertretenen Parteien sähen keinen Anlass für Werbeverbote von geschlechterdiskriminierender Werbung, so Busse weiter. Das würde aus den Antworten zu den Wahlprüfsteinen von Pinkstinks im Sommer 2013 hervorgehen.

Pinkstinks: Kriterien für Geschlechtsdiskriminierung entwickeln
Doch Pinkstinks-Geschäftsführerin Stevie Schmiedel gibt sich weiter kämpferisch. Auf der Kampagnen-Homepage titelte sie: “Petition vorbei. Arbeit beginnt”. Es bleibe bei der Forderung, geschlechtsdiskriminierende Werbung gesetzlich zu definieren. “Um hierfür Lobbyarbeit zu betreiben, müssen wir Kriterien für Geschlechtsdiskriminierung entwickeln”, appellierte Schmiedel und kündigte bis spätestens im Frühjahr 2014 einen Kriterienkatalog an.

Konferenz über Werbung und Gesellschaft
Das nächste Gespräch mit dem Deutschen Werberat ist für den 16. Oktober angesetzt. Dort soll es im Rahmen einer Konferenz “Werbung und Gesellschaft” vorrangig um das Frauenbild in der Werbung und das selbstdisziplinäre Handeln der Werbewirtschaft gehen. Der Deutsche Frauenrat wird auf dieser Veranstaltung das Einführungsreferat zum Thema “Rollenbilder in der Werbung – die Sicht der Frauenorganisationen” halten.

Quelle: Deutscher Frauenrat e.V.

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