Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Die Frau gehört nicht mehr ins Haus, sie gehört in dieses Haus: den Reichstag.
* Minna Cauer
19.05.2015

PM: Derzeitiger Frauenanteil im mdr-Rundfunkrat blamierend - jetzt kann das geändert werden!

Der mdr-Rundfunkrat belegt im deutschlandweiten Vergleich mit einer Frauenquote von 11,7 Prozent den letzten Platz, damit kann er nicht den Anspruch erfüllen, repräsentativ für die Gesellschaft zu sein. Die Möglichkeit der Veränderung besteht jetzt, da im Herbst 2015 die beteiligten Organisationen ihre Vertreterinnen und Vertreter für die Besetzung des mdr-Rundfunkrates vorschlagen. “Argumente wie den Institutionen ist es nicht möglich, qualifizierte Frauen in Gremien zu entsenden, da es zu wenige geeignete Kandidatinnen gibt, können wir nicht akzeptieren. Uns ist keine Regel bekannt, dass nur Personen aus Entscheidungsfunktionen in den Rundfunkrat entsendet werden dürfen. Wichtig ist doch, dass fachlich qualifizierte Personen der jeweiligen Organisation vertreten sind.”, so die Vorsitzende des Landesfrauenrates Sachsen-Anhalt e.V., Eva von Angern. Der Landesfrauenrat Sachsen-Anhalt e.V. setzt sich ausdrücklich dafür ein, dass mehr Frauen entsandt werden, denn die paritätische Besetzung von Gremien ist nicht nur eine Frage der Qualität der Arbeit und von demokratischen Regeln, sondern eine grundlegende Frage der Geschlechtergerechtigkeit.

Hintergrund:
Im Dezember 2012 untersuchte der Journalistinnenbund die Zusammensetzung der Rundfunkräte als Aufsichts-, Kontroll- und Beratungsgremien der öffentlich rechtlichen Medienunternehmen. Davon erreicht nur die Hälfte eine Frauenquote von mindestens 30 Prozent. Weit abgeschlagen landete dabei der mdr-Rundfunkrat mit einer Frauenquote von 11,6 Prozent auf dem letzten Platz. Von 43 Sitzen werden nur fünf von Frauen wahrgenommen.
Die Zusammensetzung und die Kompetenzen des MDR-Rundfunkrates, als länderübergreifende Anstalt, regelt der Staatsvertrag zwischen Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Neben Vertretern und Vertreterinnen der Parteien sitzen in den Rundfunkräten gesellschaftlich relevante Gruppen, wie Glaubensgemeinschaften, Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände, kommunale Spitzenverbände, Umwelt- und Verbraucherschutzorganisationen usw. Der Rundfunkrat entscheidet über die grundsätzliche Programmausrichtung und wählt die Intendanz. Er entscheidet über Stellen- und Haushaltspläne und hat damit eine ganz wesentliche Funktion in der Medienlandschaft. Mit einer derart geringen Präsenz von Frauen bleiben quasi der Hälfte der Bevölkerung wichtige Mitentscheidungsmöglichkeiten auf die Inhalte des Hörfunks, Fernsehens sowie Internetberichterstattung aber auch auf Personalentscheidungen zu Gunsten von Frauen vorenthalten.

Ansprechpartnerin: Manuela Knabe-Ostheeren

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