Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Wenn eine Frau zur Realität durchdringt, lernt sie ihren Zorn kennen, und das heißt, sie ist bereit zu handeln.
* Marly Daly
18.01.2013

Potential von Mehrfachgründungen nutzen Fachtagung der bundesweiten gründerinnenagentur in Magdeburg

Am 10. und 11.01.2013 fand die Fachtagung der bundesweiten gründerinnenagentur (bga) in Magdeburg statt. Vertreterinnen der Regionalstellen aus 13 Bundesländern kamen in die Landeshauptstadt, um über gründungsrelevante Themen für Frauen zu diskutieren und sich über aktuelle Entwicklungen und Projekte auszutauschen. Gastgeber des ersten Fachaustausches im Jahr 2013 war die Regionalstelle des Landes Sachsen-Anhalt, die BPC DIE UNTERNEHMERinnen AKADEMIE.

Die Zusammenkunft aller Regionalverantwortlichen bildet ein Gremium, dessen Fachkompetenz im Themenfeld des weiblichen Unternehmertums führend ist. Diskutiert wurden an diesen zwei Tagen vielfältige Tagesordnungspunkte wie die Unternehmensnachfolge durch Frauen, die Wirkung und Reichweite von Unternehmerinnenpreisen sowie das Einkommensgefälle zwischen freiberuflich tätigen Männern und freiberuflich tätigen Frauen. Hier ist die Differenz teilweise noch größer, als im Angestelltenverhältnis – ein Punkt, der einerseits auf die Tätigkeit in frauenspezifischen Branchen wie der Pflege, andererseits aber auch auf die schlechtere Selbstvermarktung von Frauen zurückzuführen ist.

Derzeit wird in Sachsen-Anhalt erst jedes dritte Unternehmen von einer Frau geführt. Nach Angaben der bga waren im Jahr 2011 rund 4,4 Millionen Menschen in Deutschland selbständig, davon 1,39 Millionen Frauen.

Zudem fand am zweiten Tag des Treffens ein dreistündiges Arbeitsgespräch mit Prof. Dr. Birgitta Wolff, Ministerin für Wissenschaft und Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt zum Thema “Zukunft der Gründungsförderung für Frauen” statt. Noch nie waren Frauen so gut qualifiziert wie heute. Aufgrund der höheren Individualisierung gestalten sich die Erwerbsbiografien von Frauen zunehmend flexibler und variabler. Die traditionelle Erwerbsbiografie wird immer mehr durch ein eher fragmentiertes Muster mit diskontinuierlichem Charakter abgelost. So ist es durchaus möglich, dass Frauen nach der Ausbildung im Angestelltenverhältnis arbeiten, dann eine Kinderpause einlegen, danach freiberuflich tätig sind, wieder eine Kinderpause einlegen und dann die freiberufliche Tätigkeit wieder aufnehmen.

In der Gründungsförderung müssen diesem Wandel Rechnung getragen und verstätkt Frauen unterstützut werden. Dies betonte auch die Ministerin: “Das, was wir in der Vergangenheit immer “gebrochene Erwerbstätigkeit” genannt haben, ist für uns mittlerweile eine Quelle von Wertschöpfung. Diese Frauen können als Gründerinnen ganz andere Erfahrungen mitbringen”. So können gut strukturierte Gründungsprojekte mit entsprechender Ausrichtung Gründerinnen den 2 zweiten Anlauf” in die berufliche Selbsthändigkeit erleichtern.

Quelle: BPC – Business Plan Consult GmbH

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