Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Insbesondere Geld, gesellschaftliche Akzeptanz, Ungebundenheit und Macht sind auch heute noch so ungleich verteilt, dass wir schlechterdings nicht behaupten können, Frauen rivalisierten unter gleichen Bedingungen.
* Christine Bergmann
12.05.2014

Pressemitteilung des Bayerischen Landesfrauenrates zum Internationalen Hebammentag am 5. Mai: Bayerischer Landesfrauenrat fordert langfristige Lösung für das Haftpflichtproblem durch staatlich finanziertem Fonds

„Es ist an der Zeit! Wir brauchen dringend eine Lösung für das Haftpflichtproblem der Hebammen. Die Politik ist gefordert, weiterhin für eine flächendeckende Versorgung mit Geburtshilfe zu sorgen. Es muss ein staatlich finanzierter Fonds eingerichtet werden, der ab einer bestimmten Haftungsobergrenze die weiteren Kosten übernimmt. Damit wäre die Prämie für Hebammen wieder finanzierbar und der Versicherungsmarkt würde wieder größer. Außerdem ist eine Deckelung der Regressforderungen der Sozialversicherungsträger gegenüber Hebammen dringend erforderlich“, erklärte die Präsidentin des Bayerischen Landesfrauenrates, Hildegund Rüger, auf einer Kundgebung in München anlässlich des Internationalen Hebammentages.

Eltern wünschten sich für ihr Baby einen guten Start ins Leben. Deshalb stehe der Wunsch nach einer fachkompetenten, zugleich aber einfühlsamen Begleiterin durch Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett an oberster Stelle. Wenn aber nicht bald etwas geschähe, können freiberufliche Hebammen ihren Beruf nicht mehr ausüben.
In den vergangenen Jahren ist die Prämie für die Berufshaftpflichtversicherung der Geburtshelferinnen um das zehnfache gestiegen. 2014 liegt der Beitrag bei knapp 5.100 Euro im Jahr – und das bei einem Stundenlohn von durchschnittlich 8,50 Euro. Wenn die Nürnberger Versicherung ab 2015 keine Berufshaftpflichtversicherung für Hebammen mehr anbietet, komme das einem Berufsverbot für Geburtshelferinnen gleich, denn ohne Versicherung dürfen sie nicht arbeiten. Zwar habe sich die Versicherungswirtschaft inzwischen auf Druck der Politik dazu bereit erklärt, auch noch 2015 eine Gruppenhaftpflichtversicherung für Hebammen anzubieten, allerdings nur für ein weiteres Jahr verbunden mit einer weiteren Steigerung der Prämien um zwanzig Prozent. „Gerade in Bayern, wo Hebammen traditionell freiberuflich arbeiten, steht damit die Zukunft der gesamten Geburtshilfe in Frage. Es kann nicht sein, dass Schwangere und junge Familien mit all ihren Fragen und Sorgen zukünftig alleine gelassen werden. Es wäre ein Armutszeugnis, wenn wir auf Hebammenhilfe verzichten müssten“, betonte die Präsidentin. Der inzwischen vorliegende Abschlussbericht der interministeriellen Arbeitsgruppe gibt Grund zur Hoffnung. Es kommt nun darauf an, diese Ergebnisse in den Verhandlungen so umzusetzen, dass auch in Zukunft eine gute und qualitätsgesicherte geburtshilfliche Versorgung durch Hebammen sichergestellt wird.

München, 5. Mai 2014

Hildegund Rüger
Präsidentin

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