Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Was hätte man davon, wenn man klein täte; es hülfe doch niemand aus der Not, und der Mensch ist so glücklich, wenn er bedauern kann.
* Jenny Marx
19.05.2014

Rechtsextreme Frauen: übersehen und unterschätzt

Seit dem NSU-Prozess mit seiner Hauptangeklagten Beate Zschäpe sind rechtsextreme Frauen stärker ins Blickfeld gerückt. Dennoch verstellen Geschlechterstereotype bislang die klare Sicht auf die Vorgehensweisen und den Einfluss neonazistischer Aktivistinnen in Deutschland und verhindern damit die Entwicklung effektiver Gegenstrategien. Die Fachstelle für Gender und Rechtsextremismus will mit konkreten Fallbeispielen und Handlungsempfehlungen dazu beitragen, dass auch Frauen der rechten Szene zukünftig stärker bei der Prävention rechtsextremer Gewalt Beachtung finden.

In der Öffentlichkeit ausgeblendet
Die rassistischen und antisemitischen Einstellungen von rechtsextremen Mädchen und Frauen werden in der Zivilgesellschaft, Sozialarbeit und Erziehung sowie in Medien und Gemeindeverwaltungen nur wenig wahrgenommen, so der Befund der Fachstelle, die kürzlich die Ergebnisse eines einjährigen Projektes präsentierte, um das weit verbreitete Ausblenden rechtsextremer Frauen aufzuzeigen. Der Analyse verschiedener Fallgeschichten schließen sich Handlungsempfehlungen für Justiz, Zivilgesellschaft und Medien an.

Beate Zschäpe kein Einzelfall
In der Broschüre wird anhand von Recherchen gezeigt, wie das Vernachlässigen der Geschlechterperspektive zum Misserfolg staatlicher Arbeit gegen den Rechtsextremismus geführt hat. Die Publikation belegt beispielsweise, wie sowohl der deutsche Verfassungsschutz als auch die Polizei dabei versagten, die Machenschaften des NSU aufzudecken, weil sie Frauen bei der Täterprofilerstellung ausschlossen. Außerdem verweist sie darauf, dass Beate Zschäpe kein Einzelfall ist und sich Frauen in verschiedenen rechtsterroristischen Gruppierungen seit Jahrzehnten engagieren.

Die Fachstelle für Gender und Rechtsextremismus ist ein Projekt der Amadeu Antonio Stiftung.

Weitere Informationen:
Rechtsextreme Frauen – übersehen und unterschätzt. Analysen und Handlungsempfehlungen

Kurzfassung der Broschüre

Gesamtfassung

Gefährlich im Aufwind – Rechtsextreme Frauen

AutorIn: Ulrike Helwerth
Erstellt am: Dienstag 13. Mai 2014

Quelle: Deutscher Frauenrat e.V.

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