Landesfrauenrat
Sachsen-Anhalt e.V.
Die Verhältnisse treiben, statt sich von ihnen treiben zu lassen.
* Elise Bartels
18.08.2016

Rente muss wieder armutsfest werden

Die Rentendebatte wird voraussichtlich den Wahlkampf 2017 mitbestimmen. Die Gewerkschaften rüsten zu einer breiten Kampagne. Im Mittelpunkt steht die Zukunft der gesetzlichen Rente. In diese Debatte müssen sich die Frauenverbände mit Nachdruck einschalten.

Dafür plädieren Christel Riedel und Eva M. Welskop-Deffaa in einem Aufsatz in der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift des Deutschen Juristinnenbundes (djbZ). Riedel, bis vor kurzem Projektleiterin des „Forum Equal Pay Day“ und davor Rechtsreferentin des Deutschen Frauenrats und Welskop-Deffaa, seit 2013 Mitglied im ver.di-Bundesvorstand für das Ressort Sozialpolitik und davor Leiterin der Abteilung Gleichstellung im BMFSFJ, kritisieren die Umstellung von der lebensstandardsichernden gesetzlichen Rente auf das „Drei-Säulen-Modell“, denn sowohl die Förderung der Riester-Rente als auch die von der Rentenreform 2000 erhoffte Ersatzwirkung durch kapitalgedeckte betriebliche Altersvorsorge können nicht erfolgreich sein. Hier spiegelt sich nicht nur der aktuelle Kapitalmarkt wieder. Der für die Unterschiede der Alterssicherung bei Männern und Frauen verantwortliche Arbeitsmarkt hinterlässt hier noch deutlichere Spuren als in der gesetzlichen Rente.

Die Autorinnen fordern eine Stabilisierung des Rentenniveaus sowie eine Rentenpolitik, die ein Alterseinkommen oberhalb der Grundsicherung gewährleistet. Beispielsweise sollen freiwillige Zusatz-Absicherungen künftig innerhalb der gesetzlichen Rentenversicherung möglich sein. Zudem müssen die durch Digitalisierung unsichereren Erwerbsverläufe in die Alterssicherung einbezogen werden.

Weitere Informationen:
Heute die Rente von morgen sichern djbZ 2016 Heft 2

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